Nr. 30 Ph.J. Später an AM. Francke 12. 7. 7692
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zimliche hindernußen vor sich sihet zu Gott gutes vertrauen nicht ohne segen 55 zu bleiben. Deßen güte erfülle es selbs; In dero obhut u. regirung treulich empfehlende verbleibe
Meines hertzlich geliebten Bruders zu gebet u. liebe williger
Phfilipp] J[acob] Spener D. Mppria
Berlin den 12. Jul. 1692. 6 o
Das scriptum von gnade u. Wahrheit 27 hat mich trefflich vergnügt, nur hätte gewünscht, die Wahrheit selbs, worinen sie stehe, außtrücklicher beschrieben zu sehen.
Herrn Herrn M. August Hermann Francken Vortrefflichem professfori] Graecae und Orhentalium] Ling[uarum] zu Halle und getreuem pastori der 65 gemeinde zu Glauche vor Halle.
Halle
Francö.
27 Francke hatte Spener wohl in seinem Brief vom 9.7. (Brief Nr. 28) das löseitige Manuskript „Gnade und Wahrheit" zugesandt (AFSt/H A 135: 17; vgl. Briefe Nr. 37, Z. 22-24 und Anm. 18, Nr. 43, Anm. 1 und Nr. 79, Z. 43—45 und Anm. 10). — Der Text wurde im Anhang zu Franckes Verantwortung Gegen die so genandte Beschreibung des Unfugs der Pietisten/ und die darinnen enthaltene alte und neue Aufflagen. Dabey Zu mehrer Erbauung des Lesers angefueget ist Eine Betrachtung Von Gnade und Wahrheit, Halle [1694] (Francke-Bibliographie Nr. C 9.1), M-N3, gedruckt (Nr. C 10.1; vgl. Brief Nr. 86, Z. 36—38). Er erschien unter dem Titel „Betrachtung Von Gnade Und Wahrheit/ Zu Darstellung des lauteren Grundes des wahren Christenthums" [1694/95] auch eigenständig (Francke-Bibliographie Nr. C 10.2—4). — Ab 1705 erschien die Schrift unter dem Titel: August Hermann Franckens Schrifftmäßige Betrachtung Von Gnade und Wahrheit/ Zur Erkaentniß der Herrlichkeit JEsu CHristi/ Zur Grundlegung des wahren Christenthums/ Zur Foerderung eines lauteren/ Kindlichen und Evangelischen Wandels/ Und zur Uberwindung alles inneren Büß- und Glaubenskampffes dienlich, Halle 1705 (bis 1729 mindestens 5 Aufl.; vgl. Francke-Bibliographie Nr. C 10.5-8 [Auflagen von 1723 und 1727 hier nicht angegeben]).