Nr. 32 A.H. Branche an Ph.J. Spener 19. 7. 1692

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laucht 21 so gut ichs nach dero Meynung treffen können 22 auffgesetzet 23 , und den Sachen so bißanhero pro und contra ergangen, beygeleget. 24 Was ich nicht recht gemacht habe, woll doch der liebe Gott gut machen, denn er hat uns ja lieb. Ich versichere sonst, daß mich alle ihre Verfolgungen und 65 Schmähungen jetzo, durch die Krafft Gottes, nicht einmahl kräncken, was ich aber thue, thue ich in aller Einfältigkeit, wie mans gut befindet, und mein Gewissen nicht dawieder ist. So hab ich auch ein und andermahl mit Genehmhaltung Herrn D. Breithaupts 25 Herrn Thomfasium] 26 um Rath gefraget, wenns dinge anbetroffen, darinnen ich zu dumm gewesen, und da 70 wir keinen andern fragen können. Ich wils nun auch gern nicht mehr thun. 27 Gott wird der beste rathgeber seyn, der uns ja zur rechten ist.

Soll mir lieb seyn mit dem lieben Herrn Cammerrath Krauten 28 hieselbst rath zu pflegen 29 , vielleicht wenn er mir gönnet, einmahl ausfuhrlich mit Ihm zu reden, krieget er einen beßern concept von mir als er nun haben möchte, 75 wenn er siehet, daß ichs mit allen so gut meyne. Zu Herrn D. Oleario 30 habe ich den Muth gar sehr sincken lassen. Gott gebe, daß er sich ändere. Herrn von Schweinitz 31 bitte meines hertzlichen Gebets für Ihn und sein gantzes hauß vor seine große Treue und hulde gegen mich zu versichern. Der Herr

63 den ] die: D. 73 Herrn ] -D.

21 Friedrich III. (I.) von Brandenburg (s. Brief Nr. 18, Anm. 11).

22 Zu Franckes Ankündigung, an den Kurfürsten zu appellieren, und Speners Hinweisen dazu s. Briefe Nr. 29, Anm. 4 und 8, Nr. 30, Z. 10-14 und Nr. 31, Z. 34-36.

23 Supplik Franckes an den Kurfürsten vom 20.7.1692, in der er um Beistand in der Sache der Auseinandersetzung mit dem Konsistorium um den Ausschluß von Gemeindegliedern vom Abendmahl bittet (GStA PK HA I, Rep. 52, Nr. 130, Bl. 236f; vgl. Briefe Nr. 28, Nr. 29, Z. 2-35, Nr. 30, Z. 3-35, Nr. 31, Z. 3-79 und Nr. 35, Z. 3-6).

24 Es handelt sich um folgende Schreiben (in eckigen Klammern ist jeweils die Numerierung der Beilage vermerkt): [A] Francke an das Konsistorium, 6.5.1692 (s. Brief Nr. 28, Anm. 6); [B] das Konsistorium an Oberamtmann Johann Brandis, 12.5.1692 (aaO); [C] Brandis an die Glau­chaer Gerichte, 24.5.1692 (aaO); [D] Francke an das Konsistorium, 23.6.1692 (aaO); [E] Jacob Vogler und Elias Naumann an das Konsistorium, 22.6.1692 (aaO); [F] die Zitation Franckes vor das Konsistorium, 23.6.1692 (aaO); [G] das Protokoll der Vernehmung vom 30.6.1692 (aaO); [H] Francke an das Konsistorium, 7.7.1692 (s. Brief Nr. 29, Anm. 4); fj] Vogler und Naumann an das Konsistorium, 5.7.1692 (s. Brief Nr. 29, Anm. 9); [K] das Konsistorium an Francke, 7.7.1692 (s. Brief Nr. 29, Anm. 7); [L] Francke an das Konsistorium, 9.7.1692 (s. Brief Nr. 29, Anm. 8).

23 Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36).

26 Christian Thomasius (s. Brief Nr. 8, Anm. 20).

27 Spener hatte Francke seit dem Ausschluß Gebhard Ludwig Krauts in der Sache Hornemann (s. Brief Nr. 27, Anm. 13) mehrfach davor gewarnt, Thomasius um Rat zu fragen (vgl. Briefe Nr. 28, Z. 45f und Nr. 31, Z. 59-68).

28 Christian Friedrich von Kraut (s. Brief Nr. 13, Anm. 4).

29 Spener hatte von Krauts Besuch in Halle am 16.7.1692 angekündigt (s. Brief Nr. 31, Z. 46f und 57-59).

30 Johann Christian Olearius (s. Brief Nr. 20, Anm. 3).

31 Georg Rudolf von Schweinitz (s. Brief Nr. 30, Anm. 5).