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Nr. 45 PhJ. Später an AM. Bauch- 20. 8. \692
Was die lügen wegen dieses haußfrauen 2 '' anlangt, 26 wird ein mißverstand oder boßhafftige Verwechslung der personen gewesen sein.
Dann Tilemanns 27 zu Braunschweig (der der erste autor ist des lermens in solchem lande, so endlich die 3 fromme männer ihre ämter gekostet hat 28 ) frau 29 ist ungefehr in der 18. woche genesen. Daher Hertzog Rudolf August 30 ihn nicht mehr hören wollen: daher man ihn ob zwahr widerum an eine gute stelle (forte in praemium zeli contra Pietistas) nach Schönigen trans- lociret hat 31 . Ich höre, man könne nachrechnen, das er eben um die tage, alß er die böse läster predigt, so gedachter maßen das feuer angezündet 32 , u. so Herr Lampe 33 refutiret 34 , gehalten, sich mit solcher Unzucht beflecket habe. 35 O hätte das ein Pietist gethan, wie solte es ihm ergangen sein? Aber andern gehet alles leichter hin.
40 /läster/. 42 /ihm/.
Verkehrs (s. Brief Nr. 43, Anm. 28), die Spener seinem Brief vom 16.8. hatte beilegen wollen (s. Brief Nr. 43, Z. 40f).
25 Zu Bielefelds Frau s. Brief Nr. 32, Anm. 40.
26 Frau Bielefeld habe in der 18. Woche des Ehestandes ein Kind bekommen (s. auch Briefe Nr. 32, Z. 45-49 und Nr. 33, Z. 32-38).
27 Conrad Caspar Tielemann (s. Brief Nr. 22, Anm. 29).
28 Gemeint sind die drei infolge des Pietismusedikts Herzog Anton Ulrichs von Braunschweig- Wolfenbüttel (s. Briefe Nr. 22, Anm. 35 und Nr. 23, Anm. 35) amtsenthobenen Pietisten: der Hofprediger, Konsistorialrat und Prof. an der Ritterakademie Justus Liiders (s. Brief Nr. 7, Anm. 18), der Generalsuperintendent Bartholomäus Meyer (s. Brief Nr. 7, Anm. 17) und der Pfarradjunkt Heinrich Georg Neuß (s. Brief Nr. 181, Anm. 23).
29 Sabina Barbara Tielemann, geb. Mylius (1671-12.4.1729), seit 30.9.1691 Ehefrau von C.C. Tielemann (Pfarrerbuch Braunschweig 2, 322).
30 Rudolf August, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (16.5.1627-26.1.1704), geb. in Hitzacker; ab 1648 mehrfach Aufenthalte am Hof Friedrich Wilhelms 1. von Brandenburg, 1666 Übernahme der Regierung, ab 1685 gemeinsame Regierung mit seinem Bruder Anton Ulrich (s. Anm. 28) in Wolfenbüttel (DBA 1063, 126-130: ADB 29, 525-529; Jöcher 3, 2288; Zedier 32, 1493f; Schwennicke NF 1/1, Tafel 24).
31 Tielemann wurde 1692 Superintendent an St. Vincenz Süd in Schöningen (s. Brief Nr. 22, Anm. 29).
32 Vermutlich die Auslegung von Joh 15,26 zum Sonntag Exaudi unter dem Titel „Liecht und Recht Im Neuen Testament [...]" (s. Brief Nr. 22, Anm. 30). Tielemann hatte darin den Pietismus als eine Verkleidung des Teufels in einen „Engel des Liechts" (20) angegriffen, den Pietisten Förderung von Schwermut (21. 23), Differenzen zwischen Anspruch und Praxis (21), Verdammung der nach ihrer Meinung nicht Wiedergeborenen, „heimliche Regier=Sucht" (22) u.a. vorgeworfen.
Es könnte sich um einen der Brüder Christian Friedrich oder Johann Christoph Lampe handeln. Christian Friedrich Lampe (4.3.1661-1731), 1681 Studium in Jena, ab 1687 Pfarrer in Köchingen im Braunschweigischen (Matrikel Jena 2, 450; Pfarrerbuch Braunschweig 1, 126; 2, 175). - Johann Christoph (DBA/ Jöcher: Christian) Lampe (17.3.1665-12.11.1716), 1684 Studium in Jena, ca. 1688 Feldprediger, 1695 Pfarrer in Groß Stöckheim bei Wolfenbüttel, 1696 erster Pfarrer an St. Magnus in Braunschweig (DBA 733, 67; Matrikel Jena 2, 451; Jöcher EB 3, 1120f; Pfarrerbuch Braunschweig 1, 46. 98; 2, 175). 34 Nicht ermittelt.