Nr. 45 Ph.J. Spater an A.H. Francke 20. 8. 1692

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In Dreßden gehet die inquisition an, und soll nechst ein frommer Christ­licher mir bekanter becker 36 , so auß Ungarn vor diesem gekommen, und 45 einer meiner fleißigsten zuhörer bey dem Catechetischen examine gewesen, vor das amt deswegen gefordert worden sein, aber also geantwortet haben, das einige meinen, man dörffte mit vorfordern bald inne halten. Ist sich gewiß zu wundern, wie weit der blinde eiffer die menschen bringet. Der Herr sehe selbs drein 37 und führe seine sache. In deßen treue obhut, segen u. regirung so hertzlich empfehlende verbleibe

Meines wehrten Herrn u. bruders zu gebet und liebe williger

Ph[ilipp| J[acob] Spener D. Mppria

Berlin den 20. Aug. 1692.

Herrn D. Breithaupten grüße hertzlich. 55

P.S. Alß bereits geschrieben wird mir von Herrn Schmettau 38 das manuscript wider geschickt, und findet er, das die Verantwortung zu publiciren nicht möge gewehret werden. 39 Daher übermorgen frühe geliebt es Gott den an- fang zumachen hoffe.

Herren Herren M. August Hermann Francken Gr[aecae] und Orfientalium] 60 Ling[uarum] profjessori] publico, und pastori zu Glaucha. Vor Halle.

Halle

Franco

45 /vor diesem/.

35 Wenn Tielemann die Predigt am Sonntag Exaudi 1691 (24.5.1691, s. Anm. 32) gehalten hat, liegt zwischen diesem Datum und dem Hochzeitstermin (s. Anm. 29) tatsachlich ein Zeit­raum, der — addiert mit den 18 Wochen nach der Hochzeit — ungefähr die 40 Wochen einer Schwangerschaft ergibt.

36 In der Dresdner Borngasse lebender Bäcker (vgl. Gerber 4, 474; K. Petzoldt, Studien zu einer Biographie Valentin Ernst Löschers, Diss. [masch.] Leipzig 1971, 73).

37 Vgl. EG 273.

38 S. Anm. 6.

39 S. Z. 7-16.