Nr. 57 Ph.J. Später an A.H. Framkc 8. 11. 1692

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Jfungfer] Wolffin 20 undjfungfer] Ringhammerin 21 gemeldet wird, 22 hat mich auch sehr afficirt, sonderlich da jene kenne 23 : der Herr laße immer seine krafft mächtiger werden, und wehre nur dem Satan, das er in nichts sich mit 40 einmischen dörffe. Von der lieben Frau Schwartzin 24 wünsche auch völligen bericht zu haben, und ist mir lieb, das gehöret, wie sie auch diesen ort be­suchen werde 25 .

Was den bewußten Mann 26 anlangt, so an einer translocation, ob auch bey der Commission die Unschuld gefunden würde, laborirt 27 , hoffe ich, 45 Gott werde ihm seinen willen nicht laßen. Herr von Danckelmann 28 hat ver­sichert, das in allem auff den außgang der Commission gewartet, u. nichts eher geschloßen werden solle. Der Herr segne nur solches geschafft, so hoffe es einen anfang zu vielem andern guten zuwerden. Nun er wird thun, was seiner ehre gemäß ist. 50

Wegen Herrn D. Breithaupts ligt mir die sorge hertzlich an. Ach der liebste Vater, der ja wol weißt, wie schwach die anzahl der recht treuen seye, wolle seine gemeinde deßelben so bald nicht laßen beraubet werden, sondern einem Hiskiae, auff nicht nur seine sondern auch andrer Christlicher hertzen gebet, wie ich bereits vor wol % jähren an andern orten gottselige freunde 55 zu solchem ermahnet habe, viele jähre zugeleget werden. 29 Doch bleibet in allem sein wille hertzlich zur regel des unsrigen gesetzt.

Herrn von Schweinitz 30 habe das auffgetragene wegen Herrn Crophii 31 hinderbracht. 32 Hiemit der Himmlischen väterlichen güte überlaßende ver- 60 bleibe

40 mit ] -D.

20 Wohl Sophia Tranquilla Wolff (s. Brief Nr. 17, Anm. 43).

21 Wohl Sophia Elisabeth oder Anna Dorothea Ringhammer (s. Brief Nr. 55, Anm. 23).

22 S. Brief Nr. 55, Z. 46-52.

23 Spener erwähnt erstmals am 19.1.1692, daß [Sophia Tranquilla (?)] Wolff auf der Durchreise von Pommern nach Halle ihn besucht habe, und daß ihre Rede ihm sehr gefallen habe (s. Brief Nr. 17, Z. 6062); in spateren Briefen kommt er mehrfach auf diesen Besuch zu sprechen (vgl. Briefe Nr. 23, Z. 67f, Nr. 30, Z. 36-38 und Nr. 33, Z. 29-31).

24 Adelheid Sybille Schwarz (s. Brief Nr. 55, Anm. 16).

25 Daß Schwarz die Absicht habe, nach Berlin zu kommen, muß Spener aus anderer Quelle erfahren haben. Francke hatte am 25.10.1692 nur erwähnt, daß sie nach Erfurt getahren sei und auf der Rückreise wieder nach Halle kommen wolle (s. Brief Nr. 55, Z. 2932).

26 Christian Friedrich von Kraut (s. Brief Nr. 13, Anm. 4).

27 Francke hatte durch einen Brief Krauts an Veit Ludwig von Seckendorf (s. Brief Nr. 1, Anm. 4) erfahren, daß Kraut weiterhin den Plan verfolgte, ihn als Inspektor nach Calbe versetzen zu lassen (s. Brief Nr. 56, Z. 3-11; vgl. Brief Nr. 43, Anm. 8).

28 Eberhard Christoph Balthasar von Danckelmann (s. Brief Nr. 13, Anm. 8).

29 Vgl. 2Kön 20,1-11 (Hiskias Krankheit und Genesung), Franckes Bericht über Breithaupt (Brief Nr. 56, Z. 21-26) und das PS zu diesem Brief, Z. 65-75.

30 Georg Rudolph von Schweinitz (s. Brief Nr. 30, Anm. 5).

31 Johann Baptist Croph (s. Brief Nr. 20, Anm. 17).

32 Francke hatte im Auftrag von Schweinitz' mit Croph wohl wegen einer Anstellung ge­sprochen, wovon Spener von Schweinitz berichten sollte (vgl. Brief Nr. 56, Z. 33-41).