Nr. 99 Ph.J. Spater an A.H. Francke 9. 3. 1695

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als in die Herbstmeß (in die Nfeujjahrsmeß sendet er nicht leicht jemand) solche gebracht wurden 2 ", fand sich ein defect von einer gantzen läge, und ein andrer von einer halben, fast in allen exemplarien, also das sehr wenige ver- kaufft wurden, viel weniger mir meine gehörigen an Herrn L. Rechenberg 21 7» geliffert werden kunten. Sonst ist diesem die ordre gegeben, sobald die com- pleten exemplaria extradiret, gleichwie Herrn D. Breithaupten 22 also auch gel|iebtem] Bruder die ihrigen zusenden: geschihets nicht eher, so müßen sie auffs wenigste mit dem ende der jetzigen Franckfurter meße 23 folgen.

Von der überkunfft gewißer freunde in Pensylvanien habe nur einiges in 75 genere gehöret, wären mir sonsten particularia sehr angenehm gewesen. 24 Ich habe selbs darinen einen alten guten freund L. Pastorium so bereits lange darinnen ist. 25 Was wegen der Superintendenz zu Mersburg geschrieben worden 26 , verstehe nicht recht, als der ich meine Herr D. Sittig 27 lebe noch. Daß vor den guten jungen Koschwitzen 28 sich nichts ereignen wolle 29 , ist 80 mir leid: soviel mehr weil noch weniger etwas hier von einem stipendio ver­sprechen kan, nach dem der gute Herr Bernigerode 30 , vor den doch schon

82 /doch schon/.

20 Zur Leipziger Michaelis- und Neujahrsmesse s. Brief Nr. 97, Anra. 4 und 9.

21 Adam Rechenberg (s. Brief Nr. 1, Anm. 6).

22 Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36).

Zwei- bis dreiwöchige Frankfurter Fasten- oder Ostermesse, beginnend jeweils am Sonntag Judika (10.3.1695). Zu den Meßzeiten in Frankfurt a.M. vgl. A. Dietz, Frankfurter Handels­geschichte, Bd. 1, Frankfurt a.M. 1910 (Ndr. Glashütten 1970), 37-41.

24 Zum Bericht aus Pennsylvania s. Brief Nr. 98, Z. 58-60 und Anm. 34.

25 Franz Daniel Pastorius (26.9.1651-Ende 1719/ Anfang 1720), geb. in Sommerhausen in Franken; 16681676 Jurastudium in Altdorf (1676 Dr. jur.), Straßburg, Basel und Jena; 1679 auf Empfehlungjohann Heinrich Horbs in Frankfurt/Main, wo er dem Collegium pietatis angehörte und v.a. von JJ. Schütz beeinflußt wurde; folgte 1683 dem Aufruf des Quäkers William Penn (1644-1718) zumHoly Experiment", wurde Führer der ersten deutschen Einwanderungsgruppe nach Pennsylvania und Gründer von Germantown (DBA 933, 415-417; American Biographical Archiv 1239, 156-160; ADB 25, 219; Jöcher 3, 1293; EB 5, 1650;RGG 4 6, 1001; Dünnhaupt 2 4, 3075-3079; BBKL 6, 1594-1597 [Lit.]; Sachse, German Pietists [s. Brief Nr. 12, Anm. 22], pas- sim; R. Mack, Franz Daniel Pastorius sein Einsatz für die Quäker, in: PuN 15, 1989, 132171; D. Blaufuss, Melchior Adam Pastorius [1624-1710] und Franz Daniel Pastorius [1651-1719/20]. Frühe Beispiele des Wandels zwischen den Konfessionen, in: ders., Korrespondierender Pietismus [s. Brief Nr. 17, Anm. 35], 211230). Pastorius verstand sich als Pietist, wirkte als Lehrer, Richter und Dichter und verf. u.a. Umständige Geographische Beschreibung Der [...] Provintz Pensylvaniae, 1700 (Ndr. 2000), 2 1704.

26 S. Brief Nr. 98, Z. 30-33.

27 Valentin Sittig (22.12.1630-18.7.1705), geb. in Schleusingen; Magisterin Straßburg, 1656 Rektor in Worms, 1665 Diakon in Bautzen; 1668-1701 Hofprediger in Merseburg, 1671-1705 zudem Stiftssuperintendent am Dom ebd. (DBA 1189, 1-20; Jöcher 4, 627f; Auskunft Pfarrer­kartei der KPS). Sittig beabsichtigte zu diesem Zeitpunkt aber, auf eigene Güter zu ziehen (s. Brief Nr. 100, Z. 17-19).

2S Georg Daniel Koschwitz jun. (s. Brief Nr. 96, Anm. 3).

29 Vgl. Brief Nr. 98, Z. 4-8.

30 Möglicherweise Johann Bernigerodt, der sich 1693 in Nordhausen aufliielt und 1698