Nr. HO Ph.J. Spener an A.H. Francke 19.10.1695
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sache in absieht auff der universitet bestens zu befordern. 22 So dann 5. auch ein schreiben nomine facultatis theologicae an die curatores 23 , des innhalts, 55 weil gel[iebter] Bruder ihnen an den studiosis viel vor= und auch mitarbeiten müßte, sonderlich weil die facultet nicht völlig ersetzet, so hätte gel[iebter] Bruder, der sonst nicht nur allein fleißig seye, sondern ihnen auch stattlichen Vorschub leisten könte, wegen seines pfarramts, welches er gleichwol auch mit gutem gewißen in nichts versäumen dörffte, große hindernußen, welchen 60 aber ohne des amts oder der gemeinde nachtheil gnug geholffen würde, wo sein vormahl gethaner, und von S [einer] Churffürstlichen] Durchlaucht ein- mahl vor nicht unbillich erachteten, Vorschlag gnädigst nochmal placidirt, und der gemeinde, so auß andern Ursachen sich dagegen auffzulehnen auff- gebracht worden, an der person aber des vorgeschlagenen nichts zu desideri- 65 ren hätten, ferner Opposition unerachtet, ihn zu solcher Substitution zulaßen, und dem Consistorio ihn wircklich einzusetzen, kräfftig befohlen würde. Da alsdann in beiden ämtern er durch göttliche gnade soviel stattlichem nutzen schaffen könte: darum sie auch aus ansehnung des besten der universitet u. besonders ihrer facultet bey den Herren OberCuratoribus bitten wolten. Wo 70 die sache auff diese weise incaminiret 24 würde, sehe nicht, das menschlicher weise dagegen viel opponiret werden könte, und wolte hoffen, das durch göttlichen beystand alles durchtringen solte 25 : den wir auch darum hertzlich noch ferner anzuruffen haben. Und will ich in dieser Ordnung alsdann willig das meinige thun. 75
Was die salarirung anlanget, habe selbs noch kürtzlich mit dem Herrn gehfeimen] R[ath] von Reetz 26 geredet, der die billichkeit erkennet, aber das man jetzo nicht gefaßet seye klaget, iedoch wider Vertröstung thut. Ich will aber, wan der Herr Gen[eral]Kr[iegs]Comm[issar] 27 wird wider angekommen sein (da ich darvor halte, das mehr durchzutringen) die erste gelegenheit in 80 acht nehmen, und zugleich versuchen, was sich durch die Frau v. Spaen 28 thun laße.
57 die ( sie. 57 /facultet/. 67 /dem Consistorio ihn/. 68 /in/. 79 /wider/. 81 /zugleich/. 81 Spaen ] Sparn: D.
22 Überliefert ist ein Entwurf des entsprechenden Schreibens vom 3.12.1695 (PfA St. Georgen A4, Nr. 32a).
23 Nicht überliefert.
24 S. Brief Nr. 59, Anm. 10.
25 Tatsächlich befahl der Kurfürst dem Konsistorium am 10.12.1695, Freylinghausen „ungeachtet alles weitern unerheblichen einwendens, zum Adjuncto im Pastorat-Ambt zu Glauche förderlichst einzusetzen" (PfA St. Georgen A4, Nr. 33; zur weiteren Entwicklung in der Sache vgl. Brief Nr. 114, Anm. 2).
26 S. Anm. 21.
27 S. Anm. 14.
28 [Dorothea (?)] von Spaen (s. Brief Nr. 109, Anm. 4).