Nr. I i 5 Ph.J. Spener an A.H. Francke 29.2.1696
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nacturum, in literatura Hebraica et Biblica ipso longe superiorem. Ich habe noch nicht geantwortet, weiß auch fast nicht, was antworten solte. Entsinne mich aber immer meiner ersten gedancken über die monate, das der scopus 40 zur gnüge auff andre weise erreichet, und der große lerme durch Gottes gnade gleichwol evitiret werden könen. 8 Der Herr zeige auch darinen noch was seines raths ist.
Die observationes zu D. Schelwigs itinerario 9 habe bekommen, und dienen sie mir wol: bedancke mich gegen alle freundlich. 10 Habe ferner von einem 45 unbekanten freund, welcher Vertröstung auf 1000 thaler zu der waysenver- sorgung gethan", nochmal befehl bekommen, zu berichten, das es dabey bleiben werde. Vermuthe, die Zahlung solle nicht lang außbleiben. 12 Gott segne ferner alles zu seiner ehre abziehlende. Herrn D. Breithaupt bitte hertzlich zugrüßen, und zu berichten, das gegen gesamte wehrte freunde mich 50 dienstlich bedancke vor die sorge wegen eines famuli. 13 Laße mir den Vorschlag wolgefallen, und hoffe, sonderlich auch die demuth bey ihm zufinden. Könte er sich also ans[chicken, das er] auch noch etwa 8 oder mehr tag vor Ostern käme, wäre es soviel beßer. Denn Herr Müller 14 sehe gern, wann er
47 befehl ]+ (zu). 53 ans[chicken, das er] : cj (Papierausriß).
8 Vgl. Speners Brief vom 9.3.1695 (Brief Nr. 99, Z. 27-55). S. Schelwig, Itinerarium Antipietisticum (s. Brief Nr. 79, Anm. 3).
10 Offenbar hatte Spener von Francke eine Zusammenstellung von Material zur Widerlegung der Schelwigschrift bekommen; er bedankt sich beispielsweise bei Paul Anton (s. Brief Nr. 110, Anm. 64) „für die zum Itinerarium dienliche Nachricht" (Spener an Anton, 14.3.1696, AFSt/ H C 146: 24). Vom 4.4.1696 datiert die Vorrede seiner Gegenschrift unter dem Titel An Hn. D. Samuel Schelwigen/ [...] Gerichtete Gewissens=Ruege/ ueber dessen ITINERARIUM ANTIPIETISTICUM samt einem Anhang gegen Hn. D. Johann Benedict Carpzowen u. Hn. D. Philipp Ludwig Hannekenium [...], Berlin (1696] (Grünberg Nr. 293). Darin widerlegt Spener die Darstellung Schelwigs auch bezüglich einzelner Personen, die ihm vermutlich Material hierzu zu Verfügung gestellt hatten: neben Eberhard Zeller (s. Brief Nr. 7, Anm. 11, vgl. § 20), Philipp Christoph Zeise (s. Brief Nr. 79, Anm. 14) u.a. Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36, vgl. § 26f), Francke (§ 27 und 30) und Anton (§ 29).
" Wohl Carl Hildebrand Freiherr von Canstein im Auftrag von General Dubislav Gneomar von Natzmer (vgl. Brief Nr. 117, Anm. 29). - August Hoffmann (s. Brief Nr. 116, Anm. 36) erwähnt in einem Brief an Francke vom 10.12.1695 als potentiellen Spender von 1000 Talern für das Waisenhaus einen Schwiegersohn derer von der Asseburg mit Namen von Lochau (vgl. August Hoffmann an Francke, AFSt/H C 57: 2). Somit handelt es sich hier wohl um Georg Friedrich von Lochau (Lochow), der 1680 Sophie Dorothee von der Asseburg (18.10.1651— vor 1701, geb. auf Falkenstein als Tochter von August II. von der Asseburg und Barbara Margarethe geb. von Griesheim) heiratete (M. Trippenbach, Asseburger Familiengeschichte. Nachrichten über das Geschlecht Wolfenbüttel=Asseburg und seine Besitzungen, Hannover 1915, 334). — Faktisch muß man also davon ausgehen, daß Francke und Spener im folgenden über zwei verschiedene Spenden redeten.
12 Der Betrag wurde Francke mit Speners Brief vom 31.3.1696 überbracht (vgl. Brief Nr. 119, Z. 10-13).
13 Ein Schreiben Joachim Justus Breithaupts (s. Brief Nr. 7, Anm. 36) mit der Empfehlung eines Famulus für Spener ist nicht überliefert.
11 Johann Müller (s. Brief Nr. 86, Z. 3f).