Nr. 116 A.H. Fraiuke an Ph.J. Spener 7.3.1696

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deßen gantzes Hauß wie auch die wehrteste Fr. Linckin so bey ihnen ist 48 145 hertzlich grüße, der Hand des Herrn empfhele, und verharre

M [eines] theuresten Vaters und Hochgeehrtfen] Herrn Gevatters

zu Gehorsam und Gebet verbundenster

M. Augfust] Hermann Francke.

Glauche an Halle den 7. Mart. 1696. 150

P.S. Von Herrn Scharschmiden 49 habe gestern aus Dörpt brieffe 30 welcher anfänglich meinen Vorschlag in die Moscau zu reisen 51 , mit Freuden an­genommen, bißhero aber von guten Freunden durch Vorstellung der be­vorstehenden Gefahr zurück gehalten worden, und last ers noch auff Herrn Sup. Fischers 32 Rath ankommen, den er noch nicht deswegen gesprochen. 155 Vorgestern habe abermahls aus Engeland brieffe bekommen, da sich der Herr LudolfF sehr über die von Herrn Scharschmiden in meinem Schreiben ihm gemachte Hoffnung erfreuet 53 , und ein recommendations Schreiben 54 sendet, das er vielen seinen guten von ihm benahmten Freunden im Lande und in der Stadt Moscau 35 selbst vorzeigen könne. Giebt sonst auch vielen guten 160

158 /ein/. 159 das < die.

48 Wohl Johanna Margarethe Lingk (s. Briefe Nr. 12, Anm. 26 und Nr. 115, Z. 65f).

45 Justus Samuel Scharschmidt (s. Brief Nr. 111, Anm. 5).

511 Scharschmidt an Francke, Dorpat 27.1.1696 (AFSt/H C 296: 8).

51 Vgl. Brief Nr. 111, Z. 3-18 und Anm. 6.

52 Johann Fischer (13.12.163617.5.1705), geb. in Lübeck; Studium in Rostock und Alt­dorf, Predigtamtskandidat in Stade, 1667 Superintendent in Sulzbach in der Oberpfalz; 1673 Superintendent in Riga, 1678 Generalsuperintendent von Livland, 1690 Prof. theol. und Pro­kanzler an der Universität Dorpat, 1693 Dr. theol. in Upsala; ab 1701 Generalsuperintendent und Konsistorialrat in Magdeburg (DBA 323, 76-93; ADB 7, 72-73; NDB 5, 189; Jöcher 2, 623f; RGG 4 3, 148; J. Moller, Cimbria Literata, Bd. 3, Kopenhagen 1744, 255-260; Svenskt Biografiskt Lexikon 16, Stockholm 1964-1966, 56-61; Matrikel Dorpat, 302; Pfarrerbuch Liv­land, Nr. 456; G. Wieselgren, Johann Fischer Livlands nye apostel, in: Svio-Estonica 17, 1964, 2658). Fischer, der mit der Übersetzung von Richard Baxters ,,A Treatise of Self-Denyall" (Die nothwendige Verläugnung unser selbst/ [...], Hamburg 1665) einen Streit über die englische Erbauungsliteratur ausgelöst hatte (vgl. U. Sträter, Sonthom, Bayly, Dyke und Hall. Studien zur Rezeption der englischen Erbauungsliteratur in Deutschland im 17. Jahrhundert, Tübingen 1987, 51-53) und seit den 70er Jahren in brieflichem Kontakt mit Spener stand (vgl. Spener, Frankfurter Briefe 2, 505, Anm. 1), nahm bis zum Ende des 17. Jahrhunderts die Schlüsselrolle bei der Ausbreitung des Pietismus in Livland ein (vgl. Wallmann, Theologie und Frömmigkeit, 249-281). Fischer wurde 1700 zur Schlichtung der Auseinandersetzungen zwischen Francke und der Halleschen Stadtgeistlichkeit herangezogen (vgl. Briefe Nr. 188-227).

53 Heinrich Wilhelm Ludolf (s. Brief Nr. 111, Anm. 1) an Francke, 7.2.1696 (AFSt/H A 112: 5-6).

54 Heinrich Wilhelm Ludolf an Scharschmidt, 7.2.1696, AFSt/H A 144: 1-3.

55 Ludolf erwähnt in seinem Brief: den lutherischen Pfarrer Franz Lorenz Schräder (s. Brief Nr. 165, Anm. 14), Laurentius Blumentrost, den Chirurgen Termond, Dr. Kellermann, den refor­mierten Pfarrer Stumfig, die reformierten Gemeindeglieder Peter Coyet und Bohuyn Anders, den