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Nr. 132 Ph.J. Spener an A H. Francke 27.2.1697

zu folgen. Nichts truckt ihn mehr, u. kan Herr Prfobst] Lütken gegen ihn gebrauchen, als die getruckte 1 1/2 bogen 15 , Ich suchte hülffe p. 16 , da gewiß

40 dinge inne sind, die nicht gebillicht werden können. Ich höre aber, das solche schrifft unter vielen studiosis in Halle seye. Wünsche, das doch die dermaleins der kirche dienen sollen, durch dergleichen nicht zu künfftigem kirchendienst gantz untüchtig gemacht werden. Wo es mit Herrn Schaden wider zu der­gleichen extremis kommen solte, u. er meinte den kirchendienst nicht weiter

45 bey uns verwalten zu können, wäre es beßer, er resignirte selbs, und schohnte damit anderer, als das ers zur dimission kommen ließe, wobey viele gewißen in mehr angst gesetzet würden. Nun der Herr unser Gott seye uns gnädig, u. zeige, das er an die seinige noch gedencke. In deßen treue obhut, segen u. regirung mit der wehrten Frau Gevatterin 17 hertzlich erlaßende verharre

so Meines Hochgeehrten Herrn Gevfattern] und gelhebten] Bruders zu gebet u. liebe williger

Ph [flipp] J[acob] Spener D. Mppria

Berlin den 27. Febr. 1697.

Herrn D. Breithaupt 18 u. Herrn L. Anton 19 grüße ich in dem Herrn. 55 Weil derselbe neulich geschrieben, das meine haußfrau 20 deßen briefflein 21 werde empfangen haben, so berichte, das sie nichts bekommen: grüßet aber hertzlich.

Wann ein Buchtrucker des Rathmanni 22 leichpredigt, da seine Unschuld 58 leichpredigt ] beichpredigt: D.

a h Guia espiritual, Madrid 1977; ders., Lexico de laGuia espiritual" de Miguel de Molinos, Madrid 1991). Aufgrund ihrer Verurteilung im Jahre 1687 fand die Schrift ein breites Echo im protestantischen Europa, das durch die Übersetzung ins Lateinische durch Francke (Manuductio spiritualis, Extricans animam, eamque per viam interiorem ad acquirendam contemplationis per- fectionem, ac divitem pacis interioris thesaurum deducens [...], Leipzig 1687, vgl. Peschke, AGP 15, 3040) eröffnet wurde. Das Buch erschien in der Folge in französischer, niederländischer, englischer und russischer Sprache; die deutsche Übersetzung stammt von Gottfried Arnold (Der Geistliche Wegweiser/ Dienende Die Seele von den sinnlichen Dingen abzuziehen/ und dieselbe durch den innerlichen Weg zu der vollkommenen Beschauung und zum innerlichen Frieden zu fuhren [...], Frankfurt 1699).

15 S. Anm. 10.

16 Anfang der Überschrift des Hauptteils der Flugschrift, vgl. Sir 51,10.

17 Anna Magdalena Francke (s. Brief Nr. 81, Anm. 24).

18 Joachim Justus Breithaupt (s. Brief Nr. 7, Anm. 36).

19 Paul Anton (s. Brief Nr. 110, Anm. 64).

20 Susanne Spener (s. Brief Nr. 15, Anm. 16).

21 Nicht überliefert.

22 Hermann Rahtmann (158530.6.1628), geb. in Lübeck; Studium in Rostock, dann am Jesuitenkolleg in Köln (Verleihung der Magisterwürde), zugleich Korrektor; Studium 1604 in Leipzig; 1612 Diakon an St. Johannis in Danzig, 1617 an St. Marien, 1626 Pastor primarius an St. Katharinen ebd. (DBA 1001, 112-115; ADB 27, 357f; RGG 4 7, 24; Matrikel Leipzig, 353; Grünberg 1, 63f. 303). Rahtmanns die Auffassung der Orthodoxie von der erleuchtenden