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Nr. 142 A.H. Francke an Ph.J. Später 8. t. 1698

zu reisen, um mit ihm von vielen dingen zu conferiren. 25 Ich befehle unsere conferentz Ihrem Gebeth. Womit nebst der wehrten Fr. Gevfatterin] 26 u. gantzem hauß dem allerhöchsten erlassend verharre

M[eines] th[euresten] Vat[ers] zu gebet u. gehorsam ergebenster

Afugust] H[ermann] Francke Mppria.

Gl[auche] den 8. Jan. 98. in großer Eyl.

1346; H. Weissenborn, Lebensbeschreibung des Ehrenfried Walter von Tschirnhaus, Eisenach 1866; E. Winter [Hg.], E. W. von Tschirnhaus und die Frühautklärung in Mittel- und Osteuropa [Quellen und Studien zur Geschichte Osteuropas, 7], Berlin 1960; M. Ullmann, August Her­mann Francke und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Eine Bekanntschaft im Spiegel der Quel­len aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen Halle/Saale, in: Gott zur Ehr und zu des Landes Besten. Die Franckeschen Stiftungen und Preußen. Aspekte einer alten Allianz. Ausstellung in den Franckeschen Stiftungen zu Halle vom 26. Juni bis 28. Oktober 2001, hg. Th. Müi.ler-Bahlke, Halle 2001 [Kataloge der Franckeschen Stiftungen, 8], 317334; Canstein/Francke, 122. 225 u.ö.). Das Hauptwerk des Mathematikers, Physikers und Philosophen Tschirnhaus, die Media­na mentis et corporis, Amsterdam 1686/87 (Leipzig 2 1695), in dem er der Erziehung einer neuen Generation größte Bedeutung beimißt, beeinflußte in hohem Maße Franckes pädagogisches Kon­zept. Letzteres entsprach auch in der Betonung der Realbildung Tschirnhausens Ansatz. Zudem teilten Tschirnhausen und Francke das Interesse an wirtschaftlichen Fragen und an der Verbindung nach Rußland (vgl. Winter, 11-14. 20f. 24f. 44 sowie Anm. 25).

25 Wie aus den Briefen von Tschirnhaus' an Francke hervorgeht, reiste Francke am Mon­tag, 10.1.1698, noch nicht nach Leipzig, sondern sandte zunächst ein offenbar umfangreiches Schreiben, in dem er sein pädagogisches Konzept ausfuhrlich darlegte (vgl. von Tschirnhaus an Francke, Leipzig, 17.1.1698, AFSt/H C 263: 1). Erst am 4.2.1698 bedankt sich Tschirnhaus aus Kieslingswalde, wohin er drei Tage zuvor zurückgekehrt ist, für die ihmanwesend in Leipzig erzeugte freundschafft" (C 263: 2). Francke muß von Tschirnhaus also zwischen dem 17.1. und 1.2.1698 in Leipzig besucht haben, wobei vor allem grundlegende pädagogische Fragen zur Debatte gestanden haben dürften.

26 Susanne Spener (s. Brief Nr. 15, Anm. 16).