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Nr. 147 Ph.J. Später an A.H. Francke 17. 8. 1698

chen 12 . Im übrigen berichte, das jemand neulich auß Hamburg an mich geschrieben 13 , von Herrn Schaarschmiden 14 in Narva ein buch an mich mitgebracht zu haben, daher ich es von dar abholen laßen solte: worauff es

30 durch die post abgefordert. Als aber da es in tuch eingenähet, darauff aber mein nähme stund, es auffmachte, ist weder brieff darinnen, noch einige anzeige, an wen es gehöre. Weil es aber ein lexicon Latino Russicum 15 (wie diese schrifft mir zeiget) ist, mit der hand geschrieben, so weiß nicht ob es gel[iebtem] Herrn Gevfatter] gehöre, oder wem, dann ich mirs nicht ein-

35 bilden kan, das es vor mich sein solle. Vielleicht aber hat Herr Schaarschmid selbs deswegen geschrieben. 16 Ich bin willig auff abfordern es folgen zu laßen, ist ein mittelmäßiger foliant.

Vorige woche ist deliberation angestellet worden wegen ersetzung Herrn Schadens S[eligen] stelle 17 . Von fremden dorffte nicht gedencken, weil man

40 nach der Ordnung leute haben will, die sich zu probpredigten aufstellen laßen. Sind also 3 denominirt 18 , darvon mich doch versehe, auff welchen die wähl fallen wird, das wir auffs wenigste keinen eigenlichen feind, der dem guten sich frevel widersetzte, bekommen werden. Der Herr regire es ferner zu seinen Hfeiligen] ehren und der kirchen bestem: es ist ja mehr seine als unßre

45 sache. In deßen treue obhut, segen und regirung ferner hertzlich erlaßende verbleibe

Meines Hochgeehrten Herrn Gev[atters] und gelfiebten] Bruders zu gebet und liebe williger

Ph[ilipp] Jfacob] Spener D. Mppria

so Berlin den 17. Aug. 1698.

43 widersetzte, + (finden(?)).

(GStA PK HA II, Rep. 15, Tit. 113, Sect. XII, Nr. 1, Bl. 5-22). - Zudem könnte Francke zu diesem Zeitpunkt an von Fuchs die Bitte gerichtet haben, dem Paedagogium Dubletten aus der Naturalienkammer zu überlassen (vgl. Franckes nicht datierte Supplik im AFSt/W Rep. 1, II//1, 110 [Abschrift] und Carl Hildebrand von Cansteins Empfehlungen vom 9.7.1698 [Can­stein/ Francke, 32-34, hier 34]).

12 S. Anm. 11. Von Fuchs schlägt in seinem Antwortschreiben vor, daß Francke nach Berlin kommen möge (zur Berlinreise s. Brief Nr. 148, Anm. 1).

13 Nicht ermittelt.

14 Justus Samuel Scharschmidt (s. Brief Nr. 111, Anm. 5).

15 Nicht ermittelt. Da es sich um eine Leihgabe handelte, dürfte Francke das Lexikon wieder zurück gesandt haben.

16 Scharschmidt hatte Francke in einem Brief vom 5.8.1698 das Eintreffen des Lexikons, das er selbst von einem Freund geborgt hatte, angekündigt. Zudem wollte er Francke im Auftrag von Laurentius Blumentrost eine arabische Schrift von einem gefangenen Türken zukommen lassen (vgl. Scharschmidt an Francke, 5.8.1698, AFSt/H C 296: 21).

17 Es geht um die durch den Tod Johann Caspar Schades (s. Brief Nr. 19, Anm. 12) freige­wordene Stelle des 3. Diakons an St. Nikolai.

18 Am 9.8.1698 waren als Kandidaten zur Probepredigt geladen worden: Christian Ostwald (gest. 1702, seit 1690 Pfarrer in Brandenburg, vgl. Pfarrerbuch Brandenburg 2/2, 612; Aland,