550 Nr. 148 Ph.J. Später an A:H: Francke 21.9.1698

148. Ph.J. Spener an A.H. Francke

Berlin, 21. September 1698

Inhalt

Konnte wegen der Vokation Franckes zum Theologieprofessor noch nichts ausrichten. [Johann Heinrich] Michaelis hätte noch nicht erwähnt werden sollen. - Legt Brief von Johann Adolf Rhein aus Lichtenburg wegen [Christoph] Laurentius bei. - Sendet Exemplare von Balthasar Köpkes Traktat gegen Friedrich Christian Bücher. Schlägt als Thema zur Antrittsvorlesung De usu et abusu officii elenchtici" vor.

Uberlieferung

A: AFSt/H A 125: 78 D: Kramer, Beiträge, 388

In Jesu alles heil und segen!

In demselbigen hertzlichgeliebter Bruder, HochEhrwürdiger Herr und Ge­vatter.

Ich preise mit demselben die güte des Himmlischen Vaters sowol in hier ert- 5 heiltem segen als glücklicher zurückbringung an ihren ort 1 , wo sie nun ferner auch alle Verrichtungen nach wünsch zu vieler frucht secundiren wolle. Hin­gegen ist mir leid, das ich so wenig in deßen sache außrichten können 2 , wie zwahr gestern gemeinet auß gelegenheit des Consistorii (darinnen doch von 8 uhr außer der mahlzeit biß 7 % abends sitzen müßen, das daher auch heutige 10 post verseumet worden) mit ihm 3 zu reden, war aber unmüglich an ihn zu­kommen, daher es allein bey solicitation durch den Secretarium 4 müßen blei­ben laßen, aber außtrücklich sonderlich das argument des catalogi lectionum getrieben habe. 5 Heut nachmittag solte eine conferentz wegen unsrer schul

1416 | um auch ... gelegenheit hat, |.

1 Francke war vom 29.8. bis 12.9.1698 in Berlin gewesen (s. Reisetagebuch im AFSt/W Rep. 1, II//18; vgl. Kramek 1, 177).

2 Nachdem Francke am 5.9.1698 in Berlin zum Professor der Theologie ernannt worden war (vgl. Kramer 1, 178f), stand jetzt die Ausfertigung der Vokation an (vgl. Brief Nr. 150, Z. 3f und Anm. 2).

3 Wohl Paul von Fuchs (s. Brief Nr. 95, Anm. 4, vgl. Z. 13-16).

4 Nicht ermittelt.

5 Der Vorlesungskatalog für das Herbstsemester wurde vom Konzil am 5.10. beschlossen (s. Brief Nr. 149, Anm. 6) und erschien am 9.10.1698 (vgl. Codex Lectionum Annuarum in Regia FRIDERICIANA Halensi [...], 1694-1727, 17). Da Francke am 24.9. berufen wurde (s. Brief Nr. 150, Anm. 2), konnte er darin bereits seine Vorlesungen als Theologieprofessor anzeigen (vgl. Anm. 24).