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Nr. 214 Ph.J. Später au A.H. Francke 8. 5. 1100

Herrn Merchiers 18 abschied 19 thut mir auch leid, und wo Herr Hendrich 20 auch also gesinnt, wie ihm zeugnus gegeben wird, mögte ihm die succession wol gönnen. 21 Der Schweitzerische Theologus heißt D. Sterky 22 , dem zwahr

45 nomine Electorali 23 mag Vertröstung geschehen zu sein ins Churfürstliche ihn zu ziehen. Ist etwas zuthun, wird Herr Jablonsky 24 davor zu sorgen nicht unterlaßen. Ist Herr D. Leiser 25 so gesinnet, wie die ihrige von ihm förchten, 26 so hat man gern darzu zu helffen, das er zu ihnen komme, er ist vor diesem allezeit Herrn D. Rechenbergs 27 guter freund gewesen. Herr D. Cramlisius

so ist bey mir geweßen 28 , er hatte einige hoffhung gesetzt bey unserem armen- wesen zu dienen: Es ist aber bereits vor einiger zeit einer ä Serenissimo selbs darzu verordnet worden. Nunmehr ist Herr Lysius 29 wircklich an statt Herrn Rhauen 30 zum armenprediger verordnet angezogen, und ist noch hoffhung, daß er auch dem pastori vor dem thor 31 werde adjungiret werden 32 : welches

55 sehr gut sein würde.

45 zu ] + (zu). 51 einer ] -D.

Christoph Semler (1669-1740). Zu den Unterzeichnern gehörten neben Stisser die übrigen Pfarrer von St. Ulrich und St. Moritz Johann Andreas Schärfer (s. Brief Nr. 254, Anm. 21), Johann Nathanael Hübner (1659-1726), Christian Nicolai (s. Brief Nr. 34, Anm. 3) und Johann Michael Schumann (1666-1741).

18 Jakob Merchier (s. Brief Nr. 210, Anm. 14).

" Vgl. Brief Nr. 212, Z. 11.

2,1 Peter Ludwig Hendreich (s. Brief Nr. 212, Anm. 8).

21 Vgl. Brief Nr. 212, Z. 11-14.

22 Jeremias Stercky (s. Brief Nr. 212, Anm. 11).

23 Friedrich III. (I.) von Brandenburg (s. Brief Nr. 18, Anm. 11).

24 Daniel Ernst Jablonski, geb. Figulus (20.11.1660-25.5.1741), geb. in Nassenhuben; 1677 Studium in Frankfurt/Oder, 1680 in Oxford, 1683 Prediger in Magdeburg, 1686 Prediger und Rektor in Lissa, 1691 reformierter Hofprediger in Königsberg; seit 1693 reformierter Hofprediger in Berlin, 1699 zudem Senior der Brüderunität für Großpolen und Preußen, 1700 Mitbegründer der Sozietät der Wissenschaften in Berlin; 1706 Dr. theol. in Oxford; 1718 Konsistorialrat und 1729 Kirchenrat des reformierten Kirchendirektoriums in Berlin, 1733 3. Präsident der Sozietät der Wissenschaften ebd. (DBA 593, 19-55; ADB 13,523-526 und 16, 798;Jöcher2, 1800f;RGG 4 4, 341; Matrikel Frankfurt 2, 155; H. Dalton, Daniel Ernst Jablonski [...], Berlin 1903; Gabriel, 386; Canstein/Francke, passim). Jablonski, der im Jahre 1737 Nikolaus Ludwig Graf von Zin- zendorf (17001760) zum Bischof der Brüdergemeine weihte, betrieb zusammen mit Gottfried Wilhelm Leibniz bereits seit 1697 Pläne zu einer innerprotestantischen Union, von denen Spener sich distanzierte (vgl. W. Delius, Berliner kirchliche Unionsversuche im 17. und 18. Jahrhundert, in: JBBKG 45, 1970, 7-121; Wallmann, Theologie und Frömmigkeit, 299f. 303f).

25 Polycarp (III.) Leyser (s. Brief Nr. 200, Anm. 6). 2r ' S. Brief Nr. 210, Z. 27-29.

27 Adam Rechenberg (s. Brief Nr. 1, Anm. 6).

28 Der Arzt Cramlisius oder Crambisius (s. Brief Nr. 210, Anm. 9). Johann Lysius (s. Brief Nr. 159, Anm. 7).

3,1 Johann Rau (s. Brief Nr. 134, Anm. 21).

31 Samuel Haber, Pfarrer am Hospital zum Heiligen Geist und St. Georg (s. Brief Nr. 201, Anm. 33).

32 Zur Übernahme der Adjunktur an St. Georg s. Brief Nr. 201, Z. 52f.