für sich selbst ist nicht Sünde, so wenig als gehen,
stehen, liegen. Aber wenn man mich fraget,
ob denn ein Christ auf einem öffentlichen Ge-
lage nach, heut zu tage gewöhnlicher Art tantzen
möge, so antworte ich (1) was nicht aus dem
Glauben kommt ist Sünde, so muß nun ein Christ
gewiß wißen, daß er mit seinem tanzen Gott
wohlgefalle, oder es ist ihm Sünde, und wenn
es ihm gleich an ihm selbst nicht Sünde wäre.
(2) obgleich die äußerliche Bewegung des Leibes
nicht Sünde ist an ihm selbst, so ist doch all-
wege das ärgerniß zu verhüten. Wenn die
Welt siehet, daß einer, der für einen guten Chri-
sten bekandt ist, tantzet, so machet sie ihr darauß
eine Regul, und machet ihren unzüchtigen
Hurentanz zu einer Lust im Herrn. Die
Schwachen im Glauben, wenn sie sehen, daß ei-
ner tantz, den sie ungezweiffelt für einen
guten Christen halten, so tanzen sie auch wohl traun
aber nicht aus der Gewißheit des Glauben,
sondern weil sie ein Exempel für sich haben,
und sündigen also mit dem der sie sündigen
gemacht (3) warum tanzt ein Christ? daß er
nicht