sein Absehen aufs zeitliche habe, und den Men-
schen doch nicht im Stiche laße, ad fidem miracu-
losam zehlten, damit sie sich nur auf eine Art
salvirten, weil es doch am Tage ist, daß es mit
ihrem dienst-suchen gar anders aussehe, als
wenn ein Prophet oder Apostel predigen wol-
len. Geschieht es aber um eigner Ehre willen,
wie einer mier eins mahls bekandte:
warum solte ich Studiren, wenn ich nicht ge-
dächte zu Ehren zu gelangen? So ist eben
so schandlich. denn was ist gräulicher, als da
der Sohn Gottes sein ministerium in der außer-
sten Schmach und Knechtsgestalt geführet, daß
wir damit prangen wollen? Jüngst ward er-
zehlet, daß die Gemeine einem Prediger beweg-
lich zu Gemüthe geführet, daß er seine Kinder
nicht in so prächtigen Kleidern möchte gehen
laßen, so habe er geantwortet, man müste ja
wißen, daß ihr Vater kein dorff-Pfarherr wäre.
da siehet man den Greuel, der die welt nun-
mehr angefüllet hat, daß sich ein Superintendent
mehr einbildet denn ein Pfarr: der in der Stadt
ist mehr, als der auffm dorfe ist: ein D. mehr
als ein Magister, ein Magister mehr als der
kei-