ches mir eben fürkommt, als wenn eine
Jungfer meinet, sie kömmt um die Ehre ihrer
Jungfrauschafft, wenn sie ihren Pracht und Hu-
renschmuck ablegen soll: oder wenn ein Va-
ter meinete, er könne seinen väterlichen
respect bey seinem Kinde nicht erhalten, wenn
er keinen Sammeten Peltz anzöge. Solte der-
noch einer iergend auff einen andern Zweck
des Heiligen Predigtamts sehen, so bleibe sein An-
halten unrecht. Allein die Ehre Gottes und //der Menschlichen Seelen//
des Menschen Erbauung muß der Zweck seyn,
das der Mensch ein gar einfältig Auge darauf
richte, und nicht scheelsichtig sey, oder auf die-
ses und jenes darneben sehe. (4) Veram
cognitionem Dignitatis ministerii animarum.
Daß einer erkenne, daß das allerhöchste und
würdigste Amt sey der dienst der Seelen, als wel-
ches der Sohn Gottes selber geführet hat, und
um des willen von Himmel kommen ist. Dieses
wird den Menschen demüthig machen, daß er
gewiß nicht frech zulauffen wird, sondern wie
ein Bauer sich nicht leicht erkühnet darum
anzuhalten, daß einem Kayser oder Könige
succedire, oder dem würdigsten Bedienten des
Königes: so wird es ihm auch ein jeder bey sol-
Jungfer meinet, sie kömmt um die Ehre ihrer
Jungfrauschafft, wenn sie ihren Pracht und Hu-
renschmuck ablegen soll: oder wenn ein Va-
ter meinete, er könne seinen väterlichen
respect bey seinem Kinde nicht erhalten, wenn
er keinen Sammeten Peltz anzöge. Solte der-
noch einer iergend auff einen andern Zweck
des Heiligen Predigtamts sehen, so bleibe sein An-
halten unrecht. Allein die Ehre Gottes und //der Menschlichen Seelen//
das der Mensch ein gar einfältig Auge darauf
richte, und nicht scheelsichtig sey, oder auf die-
ses und jenes darneben sehe. (4) Veram
cognitionem Dignitatis ministerii animarum.
Daß einer erkenne, daß das allerhöchste und
würdigste Amt sey der dienst der Seelen, als wel-
ches der Sohn Gottes selber geführet hat, und
um des willen von Himmel kommen ist. Dieses
wird den Menschen demüthig machen, daß er
gewiß nicht frech zulauffen wird, sondern wie
ein Bauer sich nicht leicht erkühnet darum
anzuhalten, daß einem Kayser oder Könige
succedire, oder dem würdigsten Bedienten des
Königes: so wird es ihm auch ein jeder bey sol-
cher