Gnade geben, sich vor aller solcher condescendentz flei-
sigst zu hüten, und das wahre Christenthum in der Lehre
und in dem Wandel lauter und unverfälscht den ar-
men Heyden vorzustellen, mithin für Vermengung
des Lichts und der Finsterniß sie sorgfältig zuver-
wahren. Es ist zwar unser Absehen gar nicht, gegen
die obengenannte Verfechter der Unwarheit, oder ge-
gen andere irrende mit unserer Erzehlung einen
Haß zu inspiriren, als die wir dieselben selbst mit
hertzlichen Erbarmen der Langmuth und Gnade Gottes
an befehlen; doch gleich wie wir bey der Liebe und
Sanfftmuth auch für die Reinigkeit der Lehre billige
Sorge tragen, und die Μεϑοδείασ τϫ διάβολϫ (Eph.
4,14. 6,11.) deswegen beobachten, damit wir ihnen
mit den waffen des Geistes zur Stunde des Kampfs
desto beßer begegnen mögen, also nehmen wir auch
hievon Gelegenheit unsere Gel. Brüdern solche un-
sere Einsicht zu entdecken, und sie in gleichmäßiger
Geistl. Wachsamkeit durch die ietz erzehlte Umstände
zu bestärcken.
Wir wollen im übrigen uns nicht ausbreiten auf
alle andere Hauptstücke der Christlichen Lehre, um auch
dererselben ernstliche und schrifftmäßige Einschärfung
umständlich zu recommendiren. Immaßen wir aus
den bisher erhaltenen Nachrichten und Zeugnißen uns
sattsamlich versichert achten, daß sie durch die Gnade
Gottes ihre Gemeine und andere herbeykommende den
rechten weg des glaubens, der Liebe, und der Hoff-
nung lehren, hingegen, wie von dem Aberglauben,
also auch von der welt und fleisches Lust sorgfältig
abführen. Sie können in diesen Stücken einer weitläuf-
tigen