osi Theologiae in Jena alle miteinander das principium hätten, die
Thesin, qvòd petere liceat, affirmire ich selbst, aber ich praesupponire
billig 1 Idoneitatem Subjecti, darzu gehöret nicht allein die Systema-
tische Wißenschafft der Theologie, sondern für allen dingen, daß
einer selbst erst ein rechter wahrer wiedergebohrener Christ sey,
auf welches heut zu tage in denen Commendationibus Professorum
und bey Bestellung der Kirchen-Amter fast gar nicht gesehen wird,
das man wohl hat Examina scientiae, aber nicht conscientiae, und
sich wohl begnüget, wenn der Candidate nur sein Systema wohl
innen hat. Es ist aber auch das nicht genug, daß einer ein Christ
sey, sondern es muß einer auch für andere ein guter Christ seyn,
und die jenigen Eigenschafften an sich haben, die die Heilige Schrifft
von einem Bischoffe erfordert, daß er sey δυνατός εν ταις γρα-
φαις, die doch am aller wenigsten heute zu tage auf Universitä-
ten tractiret, wird d. i., daß er nicht allein die Worte der Schrifft
und mancherley opiniones, historica und philologica in Gehirn
habe, sondern fürnehmlich die Krafft des Wortes Gottes in seinem
Hertzen geschmaeket und erfahren habe als einen lebendigen Saamen.
Ja er muß seyn ανεγχλητος und ανεπιληπτος, als ein Haußhal-
ter Gottes, darzu gütig, Züchtig, gerecht, heilig, keusch. 1 Tim. III.
Tit. I. (2) Vocationem internam, wie auch Tarnovius in seinem
Buche de ministerio Ecclesiastico darvon handelt, daß der Mensch,
der umb einen dienst wolle anhalten, gewiß, so gewiß als er le-
bet in seinen Hertzen versichert sey, daß Gott haben wolle, er solle an-
halten, und daß es dem Lieben Gott also wohlgefalle. Hat einer
diese Versicherung nicht, wer heißet ihn denn laufen, wenn er nicht
 
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Qvomodo refere
liceat.