Pabst-Geist, dem die Fischer Knechte und Teppigmacher viel zu ge-
ring sind. Christi Geist aber ist sanfftmüthig und von Hertzen demü-
thig, suchet nicht seine Ehre, nimmt nicht Ehre von Menschen, sondern ehret
allein den Vater nach Christi Regel: Wer der größeste seyn will,
muß aller diener und Knecht seyn. Wir müßen umbkehren, und
werden wie die Kinder, sonst werden wir nicht ins Himmel-
reich kommen! Aber gewiß nun ist es so, daß der knecht größer seyn
will, als sein Herr, und der Apostel, als der ihn gesand hat. das macht,
daß sie seine Apostel nicht seyn, sondern Teuffels-Apostel, das ist ein
Hoffartiger Geist von Anfang. O welch einen Grewel würde
es geben, wenn man in unsern Evangelischen Pabstuhm diesen Greuel
nicht rühren solte? doch soll eine rechtschaffen Beßerung folgen, so muß
dieser neu aufgeführte Babilonische Thurm auch verstöhret werden,
die Berge müßen erniedriget, und alle Thäler erhöhet, und das höck-
richte eben und das ungleiche schlecht werden. Die Welt wird aber
wohl schreien, man wolle damit alle Stände aufheben, welches
mir eben furkömmt, als wenn eine Jungfer meinet, sie kömmt umb
die Ehre ihrer Jungfrauschafft, wenn sie ihren Pracht und hurenschmuck
ablegen soll: Oder wenn ein Vater meinete, er könne seinen Väter-
lichen Respect bei seinem Kindern nicht erhalten, wenn er keinen Sam-
meten Peltz anzöge. Solte dennoch einer irgend auf einen andern
Zweck des Heiligen Predig-Amts sehen, so bleibe sein Anhalten
unrecht. Allein die Ehre Gottes und der menschlichen Seelen Erbauung
muß der Zweck seyn, daß der Mensch ein gar einfaltig Auge darauf
richte, und nicht scheelsichtig sey, oder auf dieses und jenes darneben
sehe. (4) Veram cognitionem Dignitatis ministerii animarum, daß