der antwort fraget, und etwa sein Schreiben an Dieselbe bis dahin diffe-
riret, allerley gedancken in ihm zu erwecken. Weswegen ich hiedurch um
eine baldige antwort unterthänig bitten wollen. Man hat dem Mann
unterwegens, von Wien biß Halle, allerley vorgesaget; er solte sich wohl
bedencken, was er thäte, die Evangelischen nähmen sich derer, die aus dem
Pabsthum kämen, nicht an, ließen sie von einem ort zum andern lauffen
und betteln u. s. f. Solches meinet er nun sey ihm unerträglich, und,
ob ich ihm gleich das erste 4tel Jahr von Ew. Hochgr. Gn. versichert,
das andere indeßen auf mich genommen, so sorget er doch, wo darnach
hin? Ob er auch gleich iietzt von mir mit tisch, stube und aufwartung
versehen ist, so siehet er doch, daß er bald einer neuen Kleidung hoch-
benöthiget ist; da düncket ihm denn unmöglich zu thun, daß er mich um Geld
anspreche zu seiner nothdurfft, oder auch nur, daß ers von mir nehme,
da er siehet, daß es den armen müße entzogen werden, deren er eine solche
menge mit mir speisen, und sonst um mich siehet. Weil er nun noch ein
drittshalbtauaend Thlr. in Rom zu fordern hat, so fällt immer sein Ge-
müth darauf, wie er von seinen Bluts-Freunden solch Geld kriege, damit
er andern nicht beschwerlich seyn, oder nicht betteln dürffe. Und weil er
glaubet, daß man ihm schwerlich was geben werde, wenn er sich unter
den Protestanten aufhalte, so machet er anschläge, sich nach Venedig zu
begeben, in der wunderlichen einbildung, daß er da sicher werde leben
können. Weil nun offenbar ist, daß der Mann sich um des Zeitlichen
willen in die äuserste Gefahr stürtzen wird; und dem Mann die wahre
Glaubens-Krafft so gar fremde ist, daß man ihn auf den unsichtbaren
GOtt nicht weisen kan, ihm auch unmöglich düncket, von mir sich unterhalten
zu laßen; sonderlich, da er ausgerechnet, es werde ihm hier jährlich 240 Thlr.
kosten, sjo jammert mich des Mannes wohl von Hertzen, an dem ich sonst
so viel gutes finde, und noch mehr Hoffnung von ihm habe, wenn er erst
eine rechte apprehension der lauteren Evangelischen Wahrheit erlangen
solte. Deswegen habe ich gedacht, wenns sein könte, daß Ewr. Hochgr.
Gn. sich zu einiger, beliebigen jährl. pension, die Frau Gräffin von Reichenbach,
die drei Herrn Graffen von Solms Laubach desgleichen, und etwa auch