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im I. 181K wurde zu Jrkutzk in Sibirien ein neuer Sitz für britische Missionare gegründet.

In Ostindien hatten schon zu Anfange des 18ten Jahrh, die Kapuziner eine Mission mit einer Druckerei in Tibet, und behaupteten sich auch das ganze Jahrh, hin­durch, doch ohne viel auszurichten, so weit wir aus den uns zugekommenen Nachrichten schließen können. Noch schwieriger, ja fast unmöglich war es von jeher für Missio­nare, in die den Europäern größtentheils verschlossenen Länder von Japan und China einzudringen. Doch er­neuerte im I. 1715 der fromme und eifrige Abt Gui- dotti den Versuch, das früher unterdrückte Christenthum unter den Japanesen wieder einzuführen. Ihm folgten Jesuiten; aber ohne bedeutenden Erfolg.

Im chinesischenRciche war wirklich das Christen­thum zu Anfange des vorigen Jahrhunderts ziemlich ver­breitet. In Peking selbst hatten die Jesuiten an SO Mis­sionare, und es wurden jährlich angeblich an Z00 Kinder und 4000 Erwachsene getauft. Später traten große Ver­folgungen ein, und es sollen Tausende den Märtvrertod gestorben scvn, woraus man, wenn diese Angabe wahr ist, theils auf die große Anzahl der Bekenner des Evangeliums, theils auf ihre Standhaftigkeit schließen muß.

Zwar wurde von Neuem im I. 1815 ein kaiser­licher Vesehl gegen die Christen in China gegeben; doch bestanden fortwährend einzelne christliche Gemeinen, und im I. 1807 wurden 2 englische Missionare, Morrison und Milne, nach Kanton geschickt, um das evan­gelische Christenthum unter den Chinesen zu ver­breiten, was sie vornehmlich auch durch die Verkei­lung von biblischen und andern erwecklichcn Schriften in chinesischer Sprache zu bewirken suchten. In der neuesten Zeit hat vorzüglich der deutsche Missionar Gützlaff aus Pommern, der ganz besonders dazu geeignet und bestimmt zu seyn scheint, mit großem Eiser und mit eben so günstigem Erfolge sich des Bekehrungsgeschäftes unter den Chinesen angenommen, mit deren Sprache er sich vertraut gemacht hat, wie wenige Europäer. Er hat mehrere dahin abzweckcnde Schriften ins Chinesische über­setzt, die er nebst dem chinesischen N. Testamente bereits in vielen Eremplarcn in China verbreitet hat. Von den

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