ergeben sind, oder sich zum Islam bekennen. Nur ein kleines Häuflein, im Verhältniß zu jenen Schaaren, trägt den Christennamen; doch ist auch hier seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts und besonders in der neuesten Zeit durch evangelische Missionen viel gewirkt worden, und christliche Ansiedelungen begegnen jetzt dem Wanderer da, wo noch vor nicht gar langer Zeit nur räuberische Horden die Wildnisse durchzogen.
In Abyssinien oder Habcsch hat in der neuesten Zeit das alte, wie in Aegypten, längst entartete und abgestorbene Christenthum die britische Bibelgesellschaft durch die Übersetzung der Bibel in die jetzige Volkssprache neu zu beleben versucht, auch haben einige Missionare, unter denen besonders Gobatzu nennen ist, ihre Bemühungen, und wie es scheint, nicht ganz ohne Erfolg, den Bewohnern jeneS Landes gewidmet.
Vorzüglich erfreulich aber ist Das, was im Laufe des vorigen Jahrhunderts und, mit vermehrter Thätigkeit, in unsern Tagen zur Bekehrung und Bildung der rohen heidnischen Völkerschaften Süd-Afrika's geschehen ist und noch fortwährend geschieht. Wiewohl die Europäer längst im Besitze des Vorgebirges der guten Hoffnung und der Umgegend waren, begannen doch erst die Engländer, seit ihrer Besitznahme jener Gegenden, zu Ende des vorigen Jahrhunderts ernstlicher für die Belehrung der zum Theil noch ganz verwilderten Ureinwohner zu sorgen. — Seitdem wetteiferten die Londoner Missions-Gesellschaft und die Methodisten mit den Missionaren der Brüdergemeine, die früher schon im Jahre 1736 eine kleine Gemeine bekehrter Hottentotten in Gnadenthal gegründet hatten. Von Herrnhut aus wurden bald nach der dortigen Ansiedelung der mährischen Brüder Evangelisten zu den Heiden gesandt, die mit ächt christlicher, Alles aufopfernder Liebe, in die entferntesten und unwirthbarsten Gegenden gingen, um Seelen zu gewinnen. Einer jener Männer war Georg S chm id t, der Ap ostel der Hottentotten, der diesen armen, verachteten und verwahrlosten Menschen zuerst das Evangelium predigte, und eine Gemeine aus ihnen sammelte. Später, zum Theil erst seit Beginn des jetzigen Jahrhunderts, wurden mehrere Ansiedelungen von den