halbe Stunde, geist es denn in einen reinen wohl
mit Wachs geschmierten Inguß, und löschet es in Urin
ab, so werdet Ihr ein solches Gold haben wie oben in
dem Tietel stehet. So solches über verhoffen
nicht geschmeidung genug, so last es nochmals im
Tiegel so mit Kreide abgezogen, flißen, und wen es ge-
schmoltzen, so nihm es aus dem Feuer, und wirf nach
quantitaet des Goldes etwas Mercurium sublimatum entweder allein oder mit
genausoviel Salmiac darauf, setze einen anderen Tiegel drauf laß
es erkalten biß der Tiegel schwartz worden denn setze es
wieder ins Feuer zuschmeltzen, und wiederholt diese Arbeit
3mahl, so ist es geschmeidig und fein als das beste
Gold.
Proportio Auri et Lunae fixae.
Das Gold.                                     das Silber.
16. Loth ____________________ 14. Loth.
8 Loth _______________________ 7
4 ___________________________ 3_2 Drachmen.
2. __________________________ 1_3 Quentlein.
1 ___________________________ „_3_30. gran.
2 Quentlein. __________________ „_1_45.
1 ___________________________ „_„_52.
Gleichwie nun die Arbeit gantz richtig, so
hat es doch gedachter Hertzog, darum nicht ver-
müntzen und zu Reinischen Goldgulden schlagen laßen
ungeachtet Ers vielfältig in grosso gemacht
und das Gold alle Reichs Proben bestanden, weil es
durch keinerley Arth zu guthem Ungrischem Gold zubringen
gewesen, welches sonst alles Reinische Gold thut.
Nota bene. So man dieses Gold 1. theil in Tinctur solviret nebst einer
Anima Veneris wie bey No. 9. zusehen, conjungiret, denn
auch 3 theil Mercurii sublimati in Tinctura a part solvirt, zusammengegoßen,
10mahl die Tinctur cohibiret, das 3temahl allezeit
frisch Aquam fortem, so daß nichts vom Mercurio aufsteige, denn
wieder reduciret, so ists cornfirmiret und wird alß-
denn die gradirung gern annehmen. diese Confirma-
tion kan auch bey dem Gold von No. zuletzt gebraucht
werden. so läst es der künstliche Spiritus Salis wohl ungeschieden.