Ich habe mich bey zwey Jahren am Leibe schwach befunden, wodurch viel an meinen Ge-
schäfften verhindert worden bin. Diese Schwachheit hat insonderheit das Haupt empfun-
den, so daß ich zu gewißen Zeiten gantz untüchtig gewesen bin etwas zu thun.
Endlich hat es dem barmhertzigen Gott gefallen, daß da mir den verfloßenen
Herbst die Schwachheit (anders kan ich den Affect nicht nennen) aufs neue starck zu
setzte auf den Gebrauch einiger Richterschen Artzeneyen mich wieder zu stärcken,
daß ich meine Amts-Geschäffte ohne Hinderniß abwarten kan. Wir haben einen
Gott, der da hilfft. Wenn ich aber anzeigen soll, was meine Arbeit in dem HErrn
sey, so ist dieselbe mit der vorigen noch einerley, nemlich der Unterricht der Kinder
in der Schule und auch daheim, nebst der Sonntägigen Catechisation und Wochen- Pre-
digt auf den Plantagen auf der obern Seite unsers Orts; und wenn es Zeit und Kr[äff]te
erlauben, besuche auch die Leute in ihren Wohnungen, sonderlich Krancke; worinn
ich ihnen aber nicht so offt willfahren kan, als sie es begehren; woran auch meine etwas
schwehre Haus-Umstände und die Information unserer eigenen Kinder, wozu ich sonst
Niemanden haben kan, mit schuld ist. Im übrigen preise ich göttliche Geduld, die mich
bey meiner großen Schwachheit, Gebrechen und Sünden träget, um deren Vergebung Gott
täglich im Namen Christi bitte.
Wir haben seit einiger Zeit von unsern Zuhörern begehren müßen, daß sie zur Erhaltung
Kirchen und Schulen und zur Bestreitung der dabey gewöhnlichen Ausgaben solten etwas
beytragen, weil wir von unsern theuersten Wohlthätern zu diesen schwehren Zeiten
keine solche Beyhülfe mehr erwarten können, wie in der vorigen Zeit. Nunmehro
sind die Vorsteher der Gemeine darauf gekommen, eine solche Einrichtung zu machen,
daß sie die Leute wolten etwas, nach dem ihr Vermögen ist, subscribiren laßen.
Hier schließen sich einige wenige aus, die nichts subscribiren wollen; diese meinet man,
sollen nun als Frembde angesehen werden, daß wenn sie begehren, daß wir ihnen
mit unserm Amte dienen sollen, als: mit Administrirung der Sacramenten, Copu-
lationen, Leichen-Predigten und Begängniß, sie iedesmal dafür etwas gewißes
an die Kirche zahlen sollen, auch etwas mehr zahlen, wenn sie ihre Früchte mahlen laßen.
Wo sie aber solches nicht thun wollen, so solte ihnen auch nicht gedienet werden. Wir
haben eben heute, da einige Vorsteher beysammen waren über diese Einrichtung miteinander
deliberirt und werden die Lehrer dieselbe wol müßen unterstützen helffen, weil man
in diesem freyen Lande keine Assistence hat, eigensinnigen, unordentlichen Leuten
in der Gemeine Einhalt zu thun. Was aber gantz arme sind, so hat der gütige Gott
bisher noch immer etwas in die Hände des lieben Herrn Boltzii fließen laßen, daß er für
sie zahlen und ihnen aushelffen kan, worauf sich andere nicht berufen können.