Doch hoffe ich daß mir der HErr zur rechten Zeit helffen wird. Es wird wieder um Artzeney ersucht, wie Sie aus
dem Verzeichnis ersehen werden, ich habe bisher von der Meinigen ausgeholffen, aber jetzt leide ich fast selbst Mangel.
Die Bezahlung kann nicht so geschwind folgen als ich wünschte, aber s[i]e kommt doch gewis an. Bisweilen mangelt es an
SchiffGelegenheit, daher giengen meinen wenigen Briefe nicht zu der Zeit ab, als es sonst gewöhnlich war, sie musten einige
Zeit in Charleston liegen bleiben. Im vergangenen Sommer hatten die Neger eine Verschwörung angesponnen , die aber
noch zur rechten Zeit entdeckt ward, nach dem Bericht in den Zeitungen sind 50 gehenckt worden. Den 27 Septbr. war
ein heftiger Sturm der Charleston und Georgetown in Süd Carolina traf, daß 300 Menschen weise und schwartze
ihr Leben verlohren, wir hatten hier in der Nacht ein//en// starcken Wind. Das ansteckende Fieber in Savannah 1820 rafte
viele Menschen hin, noch heftiger wütete es in New Orleans in Louisiana, wo es in diesem Jahre ebenfalls sehr furcht-
bar war, auch Neu Yorck ward damit heimgesucht. Es ist hier groser GeldMangel, und so auch in den nörd-
lichen Staaten. Die Taxen oder Abgaben sind sehr gering, und in keine Vergleichung zu setzen mit den Taxen in Engelland.
dem Verzeichnis ersehen werden, ich habe bisher von der Meinigen ausgeholffen, aber jetzt leide ich fast selbst Mangel.
Die Bezahlung kann nicht so geschwind folgen als ich wünschte, aber s[i]e kommt doch gewis an. Bisweilen mangelt es an
SchiffGelegenheit, daher giengen meinen wenigen Briefe nicht zu der Zeit ab, als es sonst gewöhnlich war, sie musten einige
Zeit in Charleston liegen bleiben. Im vergangenen Sommer hatten die Neger eine Verschwörung angesponnen , die aber
noch zur rechten Zeit entdeckt ward, nach dem Bericht in den Zeitungen sind 50 gehenckt worden. Den 27 Septbr. war
ein heftiger Sturm der Charleston und Georgetown in Süd Carolina traf, daß 300 Menschen weise und schwartze
ihr Leben verlohren, wir hatten hier in der Nacht ein//en// starcken Wind. Das ansteckende Fieber in Savannah 1820 rafte
viele Menschen hin, noch heftiger wütete es in New Orleans in Louisiana, wo es in diesem Jahre ebenfalls sehr furcht-
bar war, auch Neu Yorck ward damit heimgesucht. Es ist hier groser GeldMangel, und so auch in den nörd-
lichen Staaten. Die Taxen oder Abgaben sind sehr gering, und in keine Vergleichung zu setzen mit den Taxen in Engelland.
Die aus Deutschland hier ankommen, aus den Preusischen, und Würtembergischen besonders klagen
bitterlich über Abgaben, sie hätten die Lasten nicht länger ertragen können. Man kann aber auch diesen
Leuten nicht alles glauben, denn manche machen sich durch ihr übles Betragen auch hier verhaßt. In europäischen Län-
dern ist ihre Auswanderung kein Verlust, und in der neuen Welt schaffen sie keinen Nutzen.
Leuten nicht alles glauben, denn manche machen sich durch ihr übles Betragen auch hier verhaßt. In europäischen Län-
dern ist ihre Auswanderung kein Verlust, und in der neuen Welt schaffen sie keinen Nutzen.
Es meinen solche Menschen hier brauchten sie nicht viel zu arbeiten, sie könnten sich ihren Unterhalt
leicht erwerben, aber sie finden sich betrogen. Zehntausend sind aus Engelland ausgewandert nach Canada sich
da anzubauen , diese versehen sich aber auch mit den nöthigen Dingen Instrumenten und Mitteln, die sie zum
Anbau bedürffen. Es geschahen in den südlichern Staaten häufiger Auswanderungen nach den westerlichen z. B. nach
den Missouri. Sie müssen sich aber zu einer rauhen Lebensart bequemen.
da anzubauen , diese versehen sich aber auch mit den nöthigen Dingen Instrumenten und Mitteln, die sie zum
Anbau bedürffen. Es geschahen in den südlichern Staaten häufiger Auswanderungen nach den westerlichen z. B. nach
den Missouri. Sie müssen sich aber zu einer rauhen Lebensart bequemen.
Die amerikanischen Missionarien haben unter den IndianerStämmen viele Schwierigkeiten zu bekämpfen.
Das Clima ist ihnen nicht zuträglicher, schon manche haben ihren Lauf geendet. Ein Missionair Smith, der in stür-
mischer Witterung mit seiner Familie zu einer Indianer Station sich begab, verlohr unterwegs seinen Sohn von etwa 16
Jahren, sein Gehülfen und übrigen Kinder wurden kranck, es mangelte an gehörigen ArtzeneyMitteln. Smith selbst
fiel aus dem Boat, hielt sich an ein Brett konnte nicht schwimmen, und doch ward er wunderbar gerettet, und erreich-
te endlich mit den Seinen den Ort seiner Bestimmung. Dieses geschahe im vorigen Jahr im Febr. und Mart.
mischer Witterung mit seiner Familie zu einer Indianer Station sich begab, verlohr unterwegs seinen Sohn von etwa 16
Jahren, sein Gehülfen und übrigen Kinder wurden kranck, es mangelte an gehörigen ArtzeneyMitteln. Smith selbst
fiel aus dem Boat, hielt sich an ein Brett konnte nicht schwimmen, und doch ward er wunderbar gerettet, und erreich-
te endlich mit den Seinen den Ort seiner Bestimmung. Dieses geschahe im vorigen Jahr im Febr. und Mart.
Der Missionair Newell starb in Bombay an einem ansteckenden Fieber. Parsons, welcher mit
Pliny Fisk nach Palästina bestimmt war, gieng in Alexandrien im Febr. aus der Zeit. Sein College Fisk der auch
in Alexandrien war sahe sein Ende und begleitete ihn zu seiner Ruhestätte, er hat alles umständtlich nach Amerika
berichtet.
in Alexandrien war sahe sein Ende und begleitete ihn zu seiner Ruhestätte, er hat alles umständtlich nach Amerika
berichtet.
Da ich in meiner gegenwärtigen Lage nicht alles schreiben kann, was ich wünschte, so bitte ich um
gütige Nachsicht. Dem Herrn ConsistorialRath Dr. Knapp, dem Herrn Cantzler //Dr.// Niemeyer und dem Herrn Hof-
rath Dr. v. Madai bitte ich mich gehorsamst zu empfehlen. Der im Vorschlag gebrachte Plan einer Nieder-
lage der Hallischen Medicamente in den südlichern Staaten von Amerika ist unausführbar, und würde dem
WaisenHause grosen Verlust bringen, woran ich nicht Theil nehmen möchte! Manche sind gestorben, die vor-
mals verschrieben. Ein gewisser Mann in Savannah, der mit der Hallischen Artzeney Krankheiten curirte, die kein
hiesiger Artzt heilen konnte, ist so ausgeartet, daß man ihm nicht mehr trauen kann. Ein anderer Mann von gutem
Charackter, der aber gestorben ist sagte mir, daß ein Artzt in Savannah zu ihm gesagt hatte: Wenn jemand sich mit
Fleiß auf das Studium der Hallischen Artzeney legte, nach der englischen Anweisung, der würde den Ärtzten den
rath Dr. v. Madai bitte ich mich gehorsamst zu empfehlen. Der im Vorschlag gebrachte Plan einer Nieder-
lage der Hallischen Medicamente in den südlichern Staaten von Amerika ist unausführbar, und würde dem
WaisenHause grosen Verlust bringen, woran ich nicht Theil nehmen möchte! Manche sind gestorben, die vor-
mals verschrieben. Ein gewisser Mann in Savannah, der mit der Hallischen Artzeney Krankheiten curirte, die kein
hiesiger Artzt heilen konnte, ist so ausgeartet, daß man ihm nicht mehr trauen kann. Ein anderer Mann von gutem
Charackter, der aber gestorben ist sagte mir, daß ein Artzt in Savannah zu ihm gesagt hatte: Wenn jemand sich mit
Fleiß auf das Studium der Hallischen Artzeney legte, nach der englischen Anweisung, der würde den Ärtzten den