grösten Abbruch thun. Ein Deutscher, der sich für einen Doctor ausgab, fälte ein übles Urtheil von dem Balsam
Cephalic, er würde von SchweineFett und Würtz gemacht. Besser utheilte ein englischer Artzt, der es frey
gestandt, man könnte ihn hier nicht machen. Dieser ist gestorben, und jener üble Mann verließ Savannah in
der Nacht, und hintergieng noch manche die ihm Geld lehnten .
Lebt wohl der l[iebe] Vater Hubert noch? Es müsse seinen Nachgelassenen wohl gehen. Sein SchwiegerSohn
Herr Vogler hat mir bey meinen Aufenthalt in Eisleben viel Gutes erwiesen, in meinen damals kummervollen
Umständen, möge ihm der HErr dafür mit vielen Seegen krönen! Der Demoiselle Nebe bitte ich mich zu empfehlen.
Ihr seliger Vater bleibt mir in gesegneten Andencken. Vor meiner schweren Kranckheit laß ich einen
beträchtlichen Theil der MissionsBerichte, damit unterhielt ich mich, da ich wegen Schwachheit der Augen nichts lesen
konnte. Es fehlt mir das 61. und 62. Stück, welche ohne Zweifel in Philadelphia leicht besorgt wurden. Da mir
der sel. Pastor Nebe die Roosische KirchenGeschichte durch den seligen Dr. Muhlenberg in Lancaster übersenden lies,
die weit besser als d[ie] des Dr. Haweis. – In der Bibliothek für Prediger habe ich vieles gefunden,
was ich bisher noch nicht wuste, und auch in meiner Lage nicht wissen konnte. Ich finde Bücher angezeigt, davon ich mir
manche würde verschrieben haben, um guten Gebrauch davon zu machen. Nun ist es zu spätt, da ich meinem Ende ent-
gegen sehe, und das einzige Nothwendige immer zu erwägen habe. Doch wollte ich Sie ersuchen mir noch den Gefallen
zu erweisen, und folgende Bücher auf meine Rechnung besorgen zu lassen. In der Bibliothek für Prediger IV.
Theil p. 116 finde ich angezeigt:
1) Sacri Novi Testamenti libri omnes, veteri latinitate donati ab H. G. Reichardu[s]
II. Tom. Lips. 1799. 718 S. 8 maj. 2 Reichstaler
2) Ernesti opuscula Theologica Ed. 2 auctior Lips. 8 maj. (1 Reichstaler 12 Groschen) p. 259
3) p. 273 C. C. Tittmanni Opuscula theologica Lips. 1803. 1 a 25 b (3 Reichstaler)
Ich kann davon mit meinem Sohn guten Gebrauch machen. In Leipzig hatte ich mir von beiden eine gute
Anzahl gesammlet, sie wurden mir aber von einen treulosen Studenten entwendet, der mir über dieses
da ich einmal verreiset war, alles übrige raubte und damit durchgieng und Leipzig verlies.
Mein Sohn ist seit zwey Jahren frey geworden von den elenden MilitärDiensten. Der Mann der mich und
meinen Sohn zu drücken suchte starb 1820 in Septbr. an dem ansteckenden Fieber in Savannah. So weiß
der HErr alles zum Besten zu lencken, wer Ihn anruft soll errettet werden. Die neuere Ges[ch]ichte
der evangelischen MissionsAnstalten pp. besitze ich bis zum 68. Stück und ersuche um die Fortsetzung.
Denn seit 1819 bis 1822 sind grose Dinge geschehen. Ich schreibe mit eben den Zutrauen an Sie, wie
ich es vormals an Ihre seligen Vorgänger that, und bitte dieses geringe Schreiben geneigt aufzunehmen von
Ihren
im HErrn verbundenen
Johann Ernst Bergmann.
An Herrn Rendant Borgold.
 

Dieser Brief ist mir erst vorgestern zugekommen und daher eile ich Ihnen diesen mit erster Post zuzu-
schicken auf daß ich die Medicin unsern würdigen Herrn Bergman balde auf eine oder die andere Art zu-
senden kan indem hier in den ersten Monathen wohl keine directe Gelegenheit nach Charleston vorkommen wird