Satan noch Welt und Sünde rauben; denn vor die
Armen wegen ihrer Sünden bekümmerten Sünder
sind eben die Wunden Christi als Freystädte,
sich darin vor den Blut-Rächer zu verbergen,
wie sie sonst in den schönen Buß-Liede, Wie lang
schlagt ihr mich ihr Gedancken, zu singen pflegen.
Es ist noch Raum in deinen Wunden, für mich,
der ich beladen bin et cetera. Auch sinds gar nachdrück-
liche Worte, in dem Liede: Ach Gott und Herr vom
7 vers an p. Und schenckt unser Gott so viel auf
Erden, ey was wir im Himmel werden. Hören sie
doch, was vor ein süßes Evangelium in den oben
an geführten Worten steht: Es ist noch eine
Ruhe vorhanden dem Volcke Gottes. Wir
haben in diesen Leben viele Feinde, die uns nicht
die in Christo erlangte Ruhe, noch weniger aber
die zukünftige stoltze Ruhe gönnen; daher
haben wir, so lange wir in der Wüsten dieser
Welt nach Gottes Willen wandern, auswendig
Streit inwendig Furcht: doch das nimmt ein Ende,
und wir kommen endlich aus vieler Triebsahl
gleich andern auserwehlten Kindern Gottes an
dem Ort, wo Gott abwischen wird alle Thränen,
und ewige Freude und Ruhe über unsern Häup-
tern schweben wird. Es ist ein Ruhe-Tag vorhan-
den, da uns unser Gott wird lösen; Er wird
uns reißen aus den Banden dieses Leibes
und alles Bösen. Es wird ein mahl der Todt bey-
springen, und zu der Ruh uns sämtlich
bringen; gieb dich zu frieden. Aber eines ist in
den citirten Worten wohl zu behalten c. 11. so laßet
uns nun Fleiß thun p. wo wir die Crone des
Lebens haben wollen, so wird Treue im
Kampf in Leiden und Meiden biß ans Ende
erfordert, nach dem Exempel des theuersten
Apostels Pauli: Ich habe einen guten Kampf ge-
kämpfet, ich habe den Lauf vollendet, ich habe
Glauben gehalten, hin fort ist p. Und ist hier