Außerliche Vortheile waren nicht dabey, die
ihn zu einer solchen Antwort hätten
bewegen mögen. Denn er hatte, wie oben
erwähnet, die beste portion des Sti-
pendii Schabbeliani, jährlich 180
Thaler (so zwar nach dortigem schweren
Gelde nur 160 Thaler gerechnet ward)
u. dies Stipendium hätte er behalten
können, bis zu Erlangung einer gewißen
Station, und //zwar// einer solchen, die dem
Zweck desselben Stipendii gemäß
wäre; hingegen sahe er zu Erffurt
ein Amt vor sich, da Er jährlich
70 Gülden einzunehmen hätte. Bey
dem Stipendio mochte er leben, wo
er wolte, u. hatte war ihm keine
Arbeit dabey aufgelegt, sondern hatte
nur seine Studia auf einer Univer-
sitaet abzuwarten. Hingegegen wuste er
wohl, daß es ihm in Erffurdt an
Arbeit u. Wiederwärtigkeit nicht fehlen
würde. Aber der Finger Gottes war
ihm bey der Erffurtischen Sache so offenbar,
daß er alle solche in Händen
habende äußerliche Vortheile dabey
aus den Augen setzte, u. dem Willen
Gottes lieber gehorsam seyn wolte.
Ehe er aber nach Erffurt antworte-
te, gienge er zu einem, Namens
Nolto, Medic. Doct. der als Vor-
mund des jungen Gloxins das Stipen-
dium administrirte, u. zeigete ihm
den Beruf zur Gast-Predigt nach Erffurt
an; u. als derselbe aus guter Neigung,