gende Hitze gewesen. Ich wuste mich
wohl zu rechtfertigen für den Menschen,
aber der herr erkante mein Hertz. Ich
war wol in großer Unruhe und in großem
Elend, doch gab ich Gott die Ehre nicht,
den Grund solches Unfriedens zu beken-
nen, und bey ihm allein den warhafftigen
Frieden zu suchen. Ich sahe wol, daß ich
in solchen principiis, darauff ich mein thun
setzte, nicht acquiesciren könte, doch
ließ ich mich durch die verderbte Natur
immer mehr einschläffern, meine Busse
auffzuschieben von einem tage zum andern.
Demnach kan ich anders nicht sagen
als daß ich wol vierundzwantzig Jahr
nicht viel besser gewesen als ein un-
fruchtbarer Baum, der zwar viel Laub
aber mehrentheils faule Früchte getra-
gen. Aber in solchem Zustande hat mein
Leben der Welt gar wol gefallen,
daß wir uns miteinander wol vertragen
können, und //denn// und ich sie //liebete die Welt//, und sie //die Welt// mich
liebete. Ich bin da gar frey von Ver-
folgungen gewesen, weil ich bey den
Frommen dem Schein nach fromm, und
mit den Bösen //in der Warheit// böß zu seyn, und den Man-
tel nach dem Wind zu hengen gelernet
hatte. Man hat mich da der Warheit
wegen nicht angefeindet, weil ich mir
nicht gern die Leut zum Feinde machte,
Sie auch mit rechtem Ernst nicht sagen kon-