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I. Biographisches

taph. 31 rechnete Hoepfneri commentarium in organon Aristotelis, 32 Corneli Martini de analysi materiae et formae, 33 P. Musaei Metaphys. 34 pp. welche ich dann auch mit allem Fleiß tractirte. (209 h ) Ferner hielte ich auch bey eben demselben ein Collegium Geographicum, und weil er Bosii Jenensis discipulus privatissimus gewesen war, ein Collegium de Notitia Auctorum theologicorum, welches ihm, seinem Bericht nach, privatissime von Bosio communiciret war. 35 Dieses war mein anfang der Academi- schen Studien, dabey aber wol des rechten Zwecks am wenigsten gedacht ward. Viel­mehr ward mein Gemüht immer mehr in die weit und deren Eitelkeit verwickelt, daß ich mich andern studiosis, mit welchen ich conversirte, gleich stellete, und große Beförderung, ansehen für der weit, zeitliche Ehre, hohe wissenschafft und gute Tage zu meinen Zweck setzte, welches allezeit bey mir zunahm, je mehr ich in den studiis zu proficiren schiene. 38 Indessen fand ich auch in meinem Gemüht wenig Ruhe und Vergnügung, weil ich wol erkante, daß ich von dem ehemaligen guten anfang eines wahren Christenthums, den ich in der Kindheit gehabt, weit ab (210 a ) gewichen.

In eben demselbigen Jahre welches war Anno 1679 ward ich noch von den meinigen nach Kiel gesant, 37 auff anforderung meiner Mutter Bruder Ant. Henr. Gloxins S.A. 38 als Patroni des stipendii Schabbeliani, welches mir als nechsten anverwanten des Schabbelischen Stammes solte gereichet werden. 39 Also begab ich mich auff dessen

31 Daniel Stahl (15891654), seit 1623 Professor der Logik und Metaphysik in Jena. Sein Compendium metaphysicae erschien 1676 in Jena.

32 Heinrich Hoepfner (15821642), seit 1612 Professor der Logik und Philosophie in Leipzig. Sein Commentarium in organon Aristotelis erschien 1620 in Leipzig.

33 Cornelius Martini (15681621), Professor der Philosophie in Helmstedt, Vertreter des melanchthonianischen Humanismus und der aristotelischen Philosophie, Lehrer des Calixt. Sein Tractatus de analysi logica erschien 1594 in Helmstedt.

31 Peter Musäus (16201674), seit 1648 Professor der Philosophie in Rinteln, seit 1663 in Helmstedt, seit 1665 in Kiel Professor der Theologie, Anhänger des Calixt. Seine Institutiones metaphysicae erschienen 1663 in Rinteln.

35 Johannes Andreas Bose (16201674), seit 1656 Professor der Geschichte in Jena. Sein KollegÜber die Kenntnis der theologischen Autoren wurde nach seinem Tod in erweiterter Form von J. G. Meuschen 1704 in Kiel unter dem Titel Introductio in notitiam scriptorum ecclesiasticorum herausgegeben (Jena 1723 5 von G. J. Walch).

36 Nach einer späteren Nachricht hat Francke bereits in der Erfurter Zeit Heinrich Wilhelm Ludolf kennengelernt (vgl. vorl. Ausg., S. 62), der ihm für Kiel einen Lehrer der englischen Sprache vermittelte (vgl. Lebensnachrichten, a.a.0., S.59).

37 Francke hielt sich kurze Zeit in Gotha auf und reiste dann über Lübeck nach Kiel (vgl. Lebensnachrichten, a. a. 0., S.58).

38 Anton Hinrich Gloxin (16451690), Bruder der Mutter Franckes, Syndikus und Advokat in Lübeck, nach dem Tode seines Vaters David Gloxin Verwalter der Schabbelschen Stiftung. Francke stand schon einige Jahre hindurch mit ihm in brieflicher Verbindung. Der noch nicht vollständig ausgewertete Briefwechsel befindet sich im Stadtarchiv Lübeck, Schabbel-Stif- tung, Convolut 29.

39 Die Stiftung wurde 1637 von Heinrich Schabbel(15691639), einem Verwandten Franckes mütterlicherseits, auf Anregung des Reformtheologen Nikolaus Hunnius (15851643) zur Ausbildung akademisch qualifizierter Theologen eingerichtet, wobei vor allem an die Unter­stützung ärmerer Verwandten gedacht war. Eine Reihe von Männern, die die Entwicklung Franckes beeinflußt haben, sind Stipendiaten dieser Stiftung gewesen, wie Chr. Kortholt, J. W. Petersen, C. H. Sandhagen, A. Tribbechow und W. Verpoorten (vgl. Sellschopp, a. a. O., S. 105ff.). Zur Bedeutung der Stiftungsbestimmungen für den weiteren Studienweg Franckes vgl. die folgenden Anmerkungen.