2. Die Fußstapfen Gottes, 1701

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ständig also continuiret sind / und werden zu einer jeden eigene Praeceptores ge­halten / und eigene Stuben gemiethet / wie auch die nöthigen Bücher angeschaffet / also / daß alle arme Kinder aus der gantzen Stadt / die sonst die Schule nicht möchten bezahlen können / dieser Information gantz umbsonst geniessen mögen.

XXIII.

So sind auch die Schulen / so man auff der Eltern begehren für die Bürgers-Kinder angestellet / continuiret worden / auch ist ä part Anno 1697. im Sept. eine Bürger- Schul für die jenigen Knaben / welche die Eltern gern in den fundamentis studiorum wollen unterrichten lassen / angerichtet worden.

Anno 1699. aber / den 8. Maji ist diese Schule conjungiret mit der Classe derjenigen Waysen-Kinder / so in Sprachen und Wissenschaften unterrichtet werden / und sind darauf beyderley Kinder / umb besserer Ordnung und Profectuum willen in drey Classen eingetheilet worden / deren jeder besondere und unterf^Jschiedene Praeceptores vorgesetzet sind / so sie in der Lateinischen / Griechischen und Hebräi­schen Sprache / wie auch in der Historie, Geographie, Geometrie, Musica und Bota- nica informiren.

Nicht weniger hat man auch an andern Orten der Gemeinde / da die Eltern wegen Entlegenheit ihre Kinder entweder gar nicht / oder doch gar selten und unordentlich in die öffentliche Schule gehen lassen / auf ihr Ansuchen einige Praeceptores be­stellet. In allen diesen Bürger-Schulen geben zwar die Eltern der Kinder einigen Beytrag; es reichet aber so weit nicht hin / daß die Schulen davon gantz erhalten werden könnten / sondern es muß noch stets ein starcker Beytrag von demjenigen Segen geschehen / welchen GOtt zu Verpflegung der Armen und zu Erhaltung der Armen-Schulen zufliessen lässet / wo man sie nicht will zu Grunde gehen lassen.

XXIV.

Bey denen Waysen-Kindern hat es die Nothwendigkeit auch bald erfodert / erst­lich die Knaben und die Mägdlein jede ä part unter gewisse Auffsicht und Informa­tion zugeben; Und da sich unter denen Knaben einige gute Ingenia hervor gethan / hat man auch solche von den übrigen gesondert / und ihnen Praeceptores zugeord­net / die sie nicht allein im Schreiben und Rechnen / sondern auch in Sprachen und Wissenschafften / als kurtz zuvor Meldung geschehen / informiret / wie es denn noch auch also biß auf diese Stunde fortgesetzet wird. Die übrigen Knaben / so nur zu Handwercken erzogen werden / lässet man in zweyen Classen von unterschiedenen Praeceptoribus unterrichten.

XXV.

Da nun also nach und nach so wol die Anzahl derer Waysen-Kinder selbst / als der armen Studiosorum, die mit ihnen der freyen Kost geniessen / immer stärcker wor­den / dergestalt / daß dasjenige kleine Gebäude / so dazu auffgeführet / allzuenge und unzulänglich gewesen / hat man sofort auf einen grösseren Bau bedacht seyn müssen. Dieweil aber in diesen Landen man noch nicht sonderlich gewöhnet ist / Waysen- Häuser zubauen / bin ich schlüßig worden / mich nach andern dergleichen guten Anstalten umbzusehen / und ferner / da die gedruckten und schriftlichen Beschrei­bungen mir keine satisfaction gegeben / oben benannten Georg Hein(26)rich Neu­bauern in Holland / als den Sitz guter und löblicher Armen-Anstalten / zusenden; Welcher auch den 2. Junii Anno 1697. dahin abgereiset / mit der intention, die