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I. Biographisches
Waysen-Häuser / deren Gebäu / Ordnungen und Anstalten daselbst Zusehen / und daraus zu observiren / was bey Erbauung und guter Ordnung unsers Waysen-Hauses zu wissen nöthig seyn möchte.
XXVI.
Zwar schiene es inzwischen / man würde des Baues noch eine Zeitlang überhoben seyn können / als Anno 1698. den 6. April der güldene Adler vor dem Rannischen Thore gelegen / nebst dem darzu gehörigen Garten / umb 1950. Thaler erhandelt worden / und man gesuchet / die gantze Anstalt des Waysen-Hauses dahineinzubringen. Aber man wurde gar bald innen / daß dieses Hauß / wie es zu einem Wirths- Hause / und nicht zu einem Waysen-Hause erbauet worden / die verlangte Gelegenheit bey weitem nicht habe / zugeschweigen / daß die Zahl sowol der Kinder als der armen Studiosorum so lange zunahm / als es nur möglich war / einige zuaccommodiren.
XXVII.
Weil nun auch andere Umbstände darzu kamen / z. E. daß man den vor dem güldenen Adler gelegenen Platz / theils zur Erbauung eines Schenck-Hauses von andern hätte anwenden / theils sonst zum grossen Schaden des Waysen-Hauses verbauen lassen müssen / so ward man gleichsam genöthiget / gedachten offenen Platz / theils von dem Stadt-Rath / theils vom Amte Giebichenstein zuerhandeln / und sich zu Bebauung solches offenen Raums anheischig zu machen: Wozu ich ohne dem wichtige Ursachen gnug hatte / und durch die viele Beschwerung und Schaden / welchen ich von der Unzulänglichkeit des erkaufften Hauses / und von denen hin und her in der Gemeinde zu solchen Anstalten gemietheten Häusern / auch daher entstehenden nicht geringen Miethungs-Unkosten hatte / gleichsam täglich getrieben ward.
XXIIX.
Gleichwie nun das gantze Werck vom Anfänge nicht auf einigen in Händen habenden Vorrath / sondern im Vertrauen und Glauben auf den lebendigen GOTT angefangen worden: Also / ob ich zwar so wenig in Händen hatte / daß ich kein kleines / (27) geschweige ein grosses und publiques Hauß davon unter das Dach zubringen hätte unternehmen mögen / gab mir doch der getreue GOtt die Freudigkeit (dafür ich ihn hertzlich preise) daß ich einen festen Schluß fassete / den Bau auf dem erhandelten Platz ohne Verzug anzufangen. In welcher Absicht ich dann mehr- erwehnten Georg Heinrich Neubauer aus Holland zurück berieff / und ward Anno 1698. den 5. Julii der Platz abgemessen / und in folgenden Tagen der Grund gegraben / auch wenig Tage hernach / nemlich auf Margarethen-Tag oder den 13. Julii der Grund-Stein zum Waysen-Hause im Namen GOttes geleget. So viel hatte GOtt bereits vorhin bescheret / daß ich eine zimliche Quantität von Bau-Holtz anführen lassen / aber zum Bau selbst mußte ich nun von Wochen zu Wochen von der guten Hand GOttes erwarten / was dieselbige darreichen würde / denselben fortzusetzen.
XXIX.
Ich war Anfangs willens / den Bau gantz von Holtz zuführen / und wurde auch anfänglich nur ein solcher geringer Grund / als zum höltzern Gebäu hinlänglich ist / auf etliche Fuß lang geleget / es geschähe mir aber inzwischen vom Baumeister so