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IV. Schriften zum Studium der Theologie
GOttes j und theur erkauffet ist / darum er GOtt preiset an seinem Leibe und in seinem Geiste / welche sind GOttes. 1. Cor. VI. v. 19.20. (22) Er betet demnach also vom Grunde seines Hertzens: HErr GOtt Vater und HErr meines Lebens / behüte mich für unzüchtigem Gesichte / und wende von mir alle böse Lüste / laß mich nicht in Schlemmen und Unkeuschheit gerathen / und behüte mich für unverschämtem Hertzen. *
§. 17.
Weil er auch weiß / daß GOtt an allen Lügen einen Greuel hat / so nimt er sich wohl in acht / daß in seinen Worten keine Lügen und einige Unwahrheit mit unterlaufe; sondern er lässet sich vom Geist der Wahrheit allezeit leiten / redet mit jeder- man die Wahrheit von Hertzen / saget nichts zu / das er nicht zu halten gedencke; hat er aber was versprochen / so bemühet er sich auch / dasselbe nach allem Vermögen zu erfüllen / ob er gleich im leiblichen einigen Schaden dabey leiden solte. Woraus auch dieses fol/ 23) get / daß er nicht leicht was borget / davon er weiß / daß er es nicht bezahlen kan; hütet sich / daß er nicht durch Bestimmung einer gewissen Zeit zur Zahlung ein Lügner / und als ein Gottloser / der zwar borge / aber nicht bezahle j* möge erfunden werden. Er behilft sich lieber in Speiß und Kleidung genau / und ertrüget lieber an manchem / so ihm etwa nützlich wäre / den Mangel / als daß er einige Schuld machet / die er nicht zu bezahlen weiß; und erwartet lieber mit Gedult im gläubigen Vertrauen der Hülffe und Vorsorge Gottes / als daß er mit Schuldmachen andere ärgern und betrüben solte.
§. 18.
Er befleißiget sich aller Treue / Aufrichtigkeit und Redlichkeit gegen jederman in Handel und Wandel; daher er niemanden (24) von Geld / Büchern / Kleidern u. s. f. etwas veruntreuet / noch jemand um Kost-Geld / Stuben-Zins oder dergleichen be- trieget; wäre er auch im Gewissen überzeuget / daß er in vorigen Jahren mit solcher oder andern Art von Dieberey sich versündiget / so ist es ihm hertzlich leyd / bittet GOTT um Vergebung / und bemühet sich / wo es möglich / es wieder zu erstatten / und sich also von solcher Sünde loos zu machen. Am allermeisten aber hütet er sich / gegen sich Selbsten / durch Verschwendung seines Geldes / oder durch liederliche wohlfeile Verkaufungen seiner Bücher und Kleider / untreu zu seyn. Wird ihm ein beneficium zugewendet / oder sonst einiges gutes erzeiget / so dencket er nicht etwan / daß es nothwendig so seyn müsse; sondern er ist danckbar / und bemühet sich seine Danckbarkeit mit Worten und Wercken zu bezeugen; wissend / daß das Unglück von (25) dem Hause des Undanckbaren nicht weichen wird.*
§. 19.
Dem Gebet ist er von gantzem Hertzen ergeben. Er betet aber nicht nur für sich, sondern auch für andere / für die Universität / oder den Ort / da er sonst lebet / für das gantze Land / u. s. f. und pfleget täglich sein Hertz recht vor GOtt mit heiliger Ehrerbietung und kindlicher Zuversicht ohne Heucheley auszuschütten / um dadurch zu einer nähern Gemeinschaft mit GOtt zu gelangen / und sich in derselben zu stärcken; dabey aber läst ers nicht bewenden / sondern befleißiget sich auch unter aller Arbeit / und bey allem seinem Wandel / mit dem Hertzen stets bey GOtt zu
S.22 *Syr.23,4.5.6.
S. 23 *Ps. 37,21.
S. 25 *Sprüchw. 17/13.