3. Christus der Kern Heiliger Schrift, 1702
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dir zu kommen / welches die rechte und einige Gelehrsamkeit ist / dein Wort recht und heylsamlich zuverstehen. Amen!
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(235) Die neunte Betrachtung.
Wie der Anfang des Evangelii Johannis einige Handleitung geben könne / Christum als den Kern der übrigen Schrifften Johannis und der gantzen H. Schrifft zu erkennen.
(261) LXVI. Laß es dann nur nicht dabey bewenden / daß du deinen Verstand suchest zu erfüllen / mit dem was dich die Schrifft von Christo lehret / sondern suche Christum vielmehr mit innerlicher Begierde deines Hertzens / und mit hertzlicher Liebe. Viele düncken ihnen das alles zu wissen / was gesaget ist / und solten wol gantze Bücher davon schreiben / die doch CHristum in der Warheit nicht gefunden haben / noch zu ihm kommen sind. Die Pharisäer meyneten / sie hätten das ewige Leben in der Schrifft / und darumb Hessen sie es bey dem Forschen der Schrifft Joh. V. 39. Dieser Pharisäische Wahn ist noch mehr als zu gemein / Christus aber bezeuget / daß man das Leben nicht in der Schrifft / sondern in ihm habe: Die Schrifft zeuge von ihm; solch zeugniß müsse man annehmen und zu ihm kommen / daß man das Leben haben möge / v.40. Du thust wohl / daß du auffdie Schrifft achtest (welche da ist das erste Prophetische Wort) als auffein Licht das da scheinet in einem dunckeln Ort / 2. Pet. 1.19. Aber du must deine Ruhe nicht darinne setzen / sondern dich darnach sehnen / daß der Tag anbreche und der Morgenstern auffgehe in deinem Hertzen. CHristum in der Schrifft finden / ist köstlich / aber noch köstlicher ist es ihn finden in seinem Hertzen / und erkennen / welcher da sey der herrliche Reichthum des Geheimnisses / Christus in uns; der da ist die Hoffnung der Herrlichkeit Col. 1.27. starck werden durch den Geist in dem inwendigen Menschen / und Christum wohnend haben / durch den Glauben in unsern Hertzen / und durch die Liebe eingewurtzelt und gegründet seyn Eph. 111,16.17. Wenn wir Christum in uns / und uns in Christo finden / so finden wir CHristum recht nach seinem Willen / ja sonst findet auch niemand Christum recht und in der Wahrheit in der Schrifft / er finde ihn denn auch in seinem Hertzen.
(262) Weil die Gelehrten insgemein sich daran begnügen lassen / daß sie die buchstäblichen Zeugnüsse von CHristo auswendig (oder doch in der Schrifft zu finden) wissen / so pflegen sie auch nicht zu bemercken / daß auff eine höhere und herrlichere Art CHristus in der Schrifft zu suchen und zu finden sey. Auff diese Art und Weise nun Christum in der Schrifft zu suchen / führet uns Petrus an I. Ep. I. v. 10.11. Wann er spricht: Nach welcher (der Gläubigen an Christum) Seligkeit haben gesucht und geforschet die Propheten / die von der zukünfftigen Gnade auf euch geweissaget haben / und haben geforschet auff welche und welcherley zeit deutet NB. der Geist Christi / der in ihnen war / und zuvor bezeuget hat die Leiden j die in CHristo sind / und die Herrlichkeit darnach etc. Was will Petrus damit bemercken? Wir sollen den Geist Christi in den Männern und Knechten GOttes A. Testaments wahrnehmen; Denn der Geist Christi habe warhafftig in ihnen gewöhnet; sie selbst die Propheten haben denselbigen Geist in ihnen erkant; und nicht allein das / sondern sie haben auch er- kant / das dieser Geist auff Christum deute / oder auff den Verheissenen Heyland und Seligmacher des Menschlichen Geschlechts / davon sie so gar nicht gezweiffelt / daß sie das als eine ausgemachte Wahrheit voraus gesetzet / und nur ihr Gemüth darauff gerichtet / drey Dinge zu suchen und zu erforschen: (1.) die Seligkeit selbst / welche durch CHristum dem Menschen wäre gebracht worden / da sie denn wohl erkant / daß sein Reich nicht von dieser Welt sey sondern daß er uns aus der Finster- nüß und Verdammnüß / darein wir durch den Sündenfall gerathen / erretten / und ins Licht und in die Seligkeit GOttes versetzen werde. (2.) die Zeit / auff welche nicht