mein Gewißen nicht, könte auch wohl ihn Ärgernis anderer nicht
abgehen. Das Leben ist bekand, und ich kann und mag nicht heucheln,
verlaße mich auch nicht auf fleischlichen Arm in der Sache Gottes,
sondern bloß und lediglich auf den lebendigen Gott, der keines Gott-
losen bedarff. Das ist bißhero mein Weg gewesen, und er hat mir
auch getreulich geholffen, mein Hort, und ist kein unrecht an ihm! Mitt-
ler weile daß ich dieses schreibe, bekomme ich auch dero letzters an
mich abgelaßenes Schreiben nebst dem inliegenden. Ich versichere Ew.
HochEhrw. daß ich ihren brennenden Eiffer Gottes Ehre zu retten und
der Kirchen Heyl zu befördern, innigst liebe, und daher jeder Zeit,
so viel mir Gott nur Gnade darzu verleihen wird, beflißen
seyn werde, ihnen zu folgen, zu gehorsamen, zu dienen, und mich
als ein Kind zu beweisen. Werde auch dero wohlgemeinten Rath
so wohl für meine Person mich für verdächtigen Reden zu hüten;
als auch die studiosos zu aller Fürsichtigkeit in Wercken und Wort-
en aufs allerfleißigste zu vermahnen, alle Zeit ganz begierig
nachkommen, wiewohl ich versichere, daß mich ohne dem mein Ge-
wißen dießfalls nicht anklagt. Ich lebe aber des Vertrauens,
Ew. HochEhrw. werden es meiner recht kindlichen Liebe gegen sie nicht
zu wieder schätzen, daß ich noch Zur Zeit demselben noch nicht in al-
len beipflichten kann. Wegen edirung meiner Apologie bleibe ich
noch bei dem Obigen. Menschen, wie lieb und werth, ja wie ver-
ständig sie sind, können mich hierinnen nicht bewegen, etwas zu thun
oder zu laßen, es sey denn, daß Gott selber mein Gewißen be-
friedige, sonst würde ich einen Weg sündigen wie den andern. Qvi
conscientia dubia agit, peccat, haben auch die Heyden erkand. Wenn
abgehen. Das Leben ist bekand, und ich kann und mag nicht heucheln,
verlaße mich auch nicht auf fleischlichen Arm in der Sache Gottes,
sondern bloß und lediglich auf den lebendigen Gott, der keines Gott-
losen bedarff. Das ist bißhero mein Weg gewesen, und er hat mir
auch getreulich geholffen, mein Hort, und ist kein unrecht an ihm! Mitt-
ler weile daß ich dieses schreibe, bekomme ich auch dero letzters an
mich abgelaßenes Schreiben nebst dem inliegenden. Ich versichere Ew.
HochEhrw. daß ich ihren brennenden Eiffer Gottes Ehre zu retten und
der Kirchen Heyl zu befördern, innigst liebe, und daher jeder Zeit,
so viel mir Gott nur Gnade darzu verleihen wird, beflißen
seyn werde, ihnen zu folgen, zu gehorsamen, zu dienen, und mich
als ein Kind zu beweisen. Werde auch dero wohlgemeinten Rath
so wohl für meine Person mich für verdächtigen Reden zu hüten;
als auch die studiosos zu aller Fürsichtigkeit in Wercken und Wort-
en aufs allerfleißigste zu vermahnen, alle Zeit ganz begierig
nachkommen, wiewohl ich versichere, daß mich ohne dem mein Ge-
wißen dießfalls nicht anklagt. Ich lebe aber des Vertrauens,
Ew. HochEhrw. werden es meiner recht kindlichen Liebe gegen sie nicht
zu wieder schätzen, daß ich noch Zur Zeit demselben noch nicht in al-
len beipflichten kann. Wegen edirung meiner Apologie bleibe ich
noch bei dem Obigen. Menschen, wie lieb und werth, ja wie ver-
ständig sie sind, können mich hierinnen nicht bewegen, etwas zu thun
oder zu laßen, es sey denn, daß Gott selber mein Gewißen be-
friedige, sonst würde ich einen Weg sündigen wie den andern. Qvi
conscientia dubia agit, peccat, haben auch die Heyden erkand. Wenn