Christenthums von den ältesten Zeiten an bis jetzt geschehen ist, wird, als Einleitung zu einer ausführlichen Darstellung des Lebens und Wirkens einzelner ausgezeichneter Missionare, hier an ihrer Stelle seyn, und für die, welche schon damit bekannt sind, eine angenehme Erinnerung, für Andere, die weniger Gelegenheit hatten, sich davon zu unterrichten, wenn sie überhaupt von solchen Dingen lesen mögen, und nur Solche werden nach diesem Büchlein greifen — gewiß nicht unerwünscht und unerfreulich. —
Wenn von der ersten Verkündigung und Ausbreitung des Evangeliums durch christliche Sendboten die Rede ist; so müssen wir auf die Apostel des Herrn und auf die ersten Evangelisten zurückgehen, welche von dem Heilande selbst, kurz vor seinem Hinqange zum Vater, mit den Worten: „Gehet hin in alle Welt und lehret alle Heiden und taufet sie im Namen deS Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes" den Auftrag «rhielten, das Wort der Versöhnung und des ewigen Lebens allen Völkern zu predigen. So wurden die unmittelbaren Schüler Jesu Christi, die Augenzeugen seines Lebens, seines Todes und seiner Auferstehung und Himmelfahrt, die den göttlichen Geist im reichern Maße empfangen hatten, und mit ihnen Paulus, der auf eine außerordentliche und wunderbare Weise die göttliche Weihe erhielt, zu den ersten evangelischen Missionaren berufen und geweiht, und was sie als solche gewirkt, das lesen wir zum Theil in den heiligen Schriften selbst, namentlich in der Apostelgeschichte. Durch sie wurde das Christenthum schon im Laufe des ersten Jahrhunderts nach Christi Geburt nach Italien und Griechenland, und über einen großen Theil von Asien verbreitet; ja nach einigen Andeutungen, die wir in andern Schriften finden, kamen einzelne jenrr ersten Missionare bis an den Indus. Und nicht blos Einzelne wurden hier und da für das Reich Gottes gewonnen; Tausende bekannten sich zum Evangelium, und mitten unter der heidnischen Bevölkerung, selbst in der Hauptstadt des römischen Weltreiches entstanden christliche Gemeinen, und trotz den Versolgungen und Entsagungen, die mit dem öffentlichen Bekenntniß verbunden waren, wuchs die Zahl der Beken- ncr von Jahr zu Jahr, und Viele bezeugten die Festigkeit ihres Glaubens und die göttliche Kraft der Wahrheit mit
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