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umher verbreitet und mit ihm bessere Sitten und einen edlern Geist in viele Gegenden gebracht hat, wohin noch kein Strahl des göttlichen Lichtes gedrungen, oder wo die­ses Licht doch ganz verdunkelt und von der Finsterniß des Aberglaubens verschlungen worden war; denn wir Kursen, ja wir müssen annehmen, daß sich Gott keinem Volke ganz unbezcigt gelassen, ja, daß er Allen Gelegenheit ge­geben, ihn zu finden und zu erkennen; aber wer möchte läugncn, daß dies ganz vorzüglich durch die evange­lischen Missionen geschehen sey und noch geschehe, welche ganz eigentlich als Gottes Zweck, mit Gott das hochwichtige Geschäft zu betreiben, sich angelegen seyn lassen.

Unter den christlichen Königen war es vornehm­lich F ried r i ch IV. v o n D an e m a r k, der zu Anfange des vorigen Jahrhunderts sich mit lebhaftem Eiser der guten Sache annahm und dadurch ihren Fortgang bedeu­tend förderte. Auf feinen Befehl wurde im Jahre 1706 das M i ssi on s-E o l le giu m zu Kopenhagen zunächst zur Bekehrung der Jndier auf der Küste von Koromandel gestiftet, und er sorgte auch dafür, daß die dahin gesendeten Missionare mit allem Nöthigen reich­lich ausgestattet würden. Ganz vorzüglich trug dazu bei, daß der erste dieser Missionare ein ausgezeichneter Gottesmann war, ein Deutscher, Värrholomäus Ziegenbalg, dem später mehrere eben so würdige Män­ner folgten, die mit großem Segen in jenen Gegenden wirkten. Sehr zu statten kam dem dort begonnenen Be- kehrungswcrke besonders die von dem frommen August Hermann Franke gleichzeitig in Halle gestiftete An­stalt zur Bildung armer Waifen und ihrer Lehrer. Won dort gingen mehrere jener Boten des Heils aus, deren Na­men noch jetzt mit Dank und mit allgemeiner hoher Ver­ehrung genannt werden. Durch sie ward die Bibel schon im I. 1719 in die ta mulische Sprache übersetzt; der Hauptsitz aber der dänischen Missionsthätigkeit war und ist noch jetzt Tranquebar. Auf König Friedrichs Be­fehl wurden auch im achtzehnten Jahrh, in Finn- und Lappland Kirchen und Schulen gegründet, und Peter Högström und Thomas v. Westen predigten das Evan­gelium den Einwohnern jener Länder, wo immer noch das