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der heidnischen, dem Buddhadienste ergebenen Einwohner taufen; aber wohl mehr, weil nur Getaufte öffentliche Stellen erhielten, als aus Ueberzeugung und einem innig empfundenen Bedürfniß. So kam es, daß die Zahl der Götzentempel in der Folge wieder sich bedeutend vermehrte, dagegen die Zahl der Christen, die in der Mitte des siebenzehnten Jahrhunderts in einem einzigen Bezirk auf Ceylon V5,000 betrug, später bis auf wenige Tausend zusammenschmolz. —
Im Allgemeinen jedoch konnte es nicht anders seyn, als daß die durch protestantische Missionen begründeten christlichen Gemeinen, bei größerer innerer Lebenskrast und tiefer liegender Wurzel, einen festem Bestand hatten, und sich daher auch langer, selbst unter Bedrückungen und Verfolgungen, erhielten.
Die in England zuerst, wie oben bereits bemerk! worden ist, zu einer öffentlichen Angelegenheit gemachte gute Sache der Verbreitung des Evangeliums unter den Heiden, durch protestantische Missionare, trat zwar erst zu Anfange des achtzehnten Jahrhunderts, wo die zu diesem Zwecke gestiftete Gesellschaft der Landeskirche einverleibt wurde, recht eigentlich in's Leben, doch wirkten schon früher, seitdem im Jahre 1020 die englischen Ansiedelungen in Nord-Amerika begannen, eben diese Ansiedler, die großen Theils ihrer religiösen Ueberzeugung wegen', weil sie mit den Grundsätzen der herrschenden bischöss- lichen Kirche sich nicht vertragen konnten, auswanderten, viel zur Bekehrung der Ureinwohner der neuen Welt. Vorzüglich verdient um diese machte sich einer jener Ausgewanderten , der Puritaner Elliot, der eine U c b e r sc tz u n g der Bibel in die Landessprache jener Völker besorgte, und nach seinem Tode der Apostel der Nord-Amerikaner und Indianer genannt wurde. —
Doch erst im achtzehnten Jahrhundert gewann di« Thätigkeit der evangelischen Missionen ein regeres Leben und einen ausgebreitetem Wirkungskreis, der immer weiter über alle Welttheilt und über alle Völker sich ausdehnte und gegenwärtig, mit noch lebhafterem und allgemeinerem Eiser, ja mit Begeisterung betrieben, den ganzen Erdkreis umfaßt, und, wenn auch viele Millionen noch nicht bekehrt sind, doch den Segen des Evangeliums weit v