35

Carev und Judson dahingesendek, welche auch bi'e»

heilige Schrift in die Landessprache übersetzten, und es ge- lang ihnen, den Beherrscher jenes merkwürdigen und zahl­reichen Volkes dahin zu bewegen, daß er im I. 1313 in Ava die Anlegung einer Druckerei für die Bibel gestattete.

Außer den asiatischen Ländern, welche dem russischen und türkischen Scepter unterworfen sind, ist keines zahl« reicher von Christen bewohnt, als Indien dies- seit des Ganges, und keines, wo mit größerem Aufwand? die Ausbreitung des Christenthums betrieben wird. Hindostan, der Garten Gottes von den Asiaten genannt, beginnt immer mehr auch eine gesegnete Pflanzstatte für das göttlich geoffen­barte Wort zu werden. Das Collegium zu Eal- cutta ist jetzt eine der vortrefflichsten höhern Bildungsan­stalten, welche die Engländer, die Beherrscher jener Länder, unterhalten. Ueberhaupt sorgen diese jetzt mit rühmlichem Eiser für Errichtung von Schulen und ihre Erhaltung.

Wohl machte schon seit dem Jahre 1693 die eng­lische Missionsgesellschaft die Verbreitung des Christenthums in Asien zu ihrem Hauptge­schäfte; aber leider widerstanden dem guten Werke die vornehmen Engländer selbst, die in jenen Gegenden herrschten. Die einzige protestantische Mission, die eines Schutzes sich erfreuete, war die auf der Küste Koro mandel, die, unterstützt von der londoner Gesellschaft zur Beförderung christlicher Erkenntniß, seit einem Jahr­hundert thätig war. Erst seit dem Jahre 1813 erhielt, vornehmlich auf die lebhafte und dringende Vorstellung des vr. Buch an an und durch die öffentliche Verwendung der genannten Gesellschaft bei dem Parlamente, das bri­tische Ostindien, durch einen Parlaments-Be- schluß und ein förmliches Staatsgesetz, eine eigne kirchliche Verfassung und einen Bischoff zu Cal- cutta. Aum ersten Bischofs wurde Middleton ernannt, dem Heber u. A. folgten.

Seitdem vermehrten sich von Jahr zu Jahr die evan­gelischen Bekehrungs- und Bildungs-Anstal- ten für Hindostan, die «ach und nach, trotz der Be-

3*