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hauptung, daß für das Christenthum wenig oder nichts unter den Hindu's gewonnen werden könne, eine große und allgemeine Veränderung und Verbesserung in sittlicher und religiöser Hinsicht herbeiführen werde. Schon im I. 1802 gelang es dem englischen Gouverneur Welleslcy, die zahl­reichen Kinderopfer abzuschaffen, die jahrlich dem scheus- lichen Götzen zuJaggernaut gebracht wurden, und ein andrer wackrer Englander, Walker, steuerte der her­gebrachten, ja gesetzlichen Ermordung der ncugebor- nen Töchter. Die ganze Umgegend von Cal- cutta, jener überaus großen und bevölkerten indischen Stadt, wird jetzt von evangelischen Missionaren durchwan­dert, die in allen Dörfern für Unterricht sorgen und Bibeln vertheilen, und in der Stadt selbst befindet sich ein Schul­haus für 800 Hindukinder. Auch in vielen andern großen Städten Hindustans, in Serampore, Agra, Patna, Bombay u. a. predigen jetzt Evangelisten und gründen Schulen da, wo sonst nie das göttliche Wort ver­nommen wurde. Ja selbst bekehrte Eingeborne (selbst Brahminen), vormalige Heiden und Muhame- daner verkündigen jetzt dort das Evangelium und sogar noch heidnischcLehrer lassen die Kinder zur Uebung in der Bibel lesen so allgemein verbreitet ist die heilige Schrift in der Landessprache unter den Hindu's.

Daß außer den englischen evangelischen Mis­sionen in jenen Ländern auch die dänischen mit könig­licher Unterstützung, seit dem Beginn des I8ten Jahrh, fortwährend mit Erfolg thätig gewesen sind, ist bereits be­merkt worden. Die britische Gesellschaft zur Be­förderung christlicher Erkenntniß, die diesen großen Zweck auf alle Weise und überall nach Kräften zu erreichen strebte, trug auch mit zur Erhaltung und Förde­rung jener von den Dänen begonnenen Missionen bei, und so bestehen noch jetzt dort mehrere evangelisch-christliche Gemeinen in Sicherheit und Frieden. Auch die Katho­liken haben fortwährend dort ihre Missionen und mehrere Gemeinen, die unter Bischössen stehen, namentlich in Goa, Bombay, Verampallo und Pondichery; aber sie thun im Allgemeinen jetzt weniger für die Verbreitung des Christenthums, als die Evangelischen; doch leben angeblich in den Sprengeln der drei zuletzt genannten Bischossssitze