zusammen an 120,000 eingeborene Christen, und gegen -Z- der gestimmten Bevölkerung der portugiesischen Besitzungen in. Ostindien sollen sich zum Christenthum bekennen. Wäre auch dies wirklich der Fall, so würde man doch, wenn es wahr ist, daß die Mehrzahl dieser sogenannten in­dischen Christen nichts Anderes sind, als Heiden mit dem Rosenkranz und dem Zeichen des Kreuzes, keine wahre Freude darüber empfinden können, und es möchte wohl diesen armen Menschen eine ähnliche Bildungsanstalt zu wünschen seyn, wie der Engländer Munro im I. 1815 zum Besten der verwilderten syrischen Christen an der malabarischen Küste gegründet hat.

Unter den evangelischen Missionaren, die in Ostindien in der neuern Zeit mit unverdrossenem Eifer und frommer Begeisterung gewirkt haben, ist vorzüglich auch neben dem schon gedachten Schwartz, der Englän­der Henry Martyn zu nennen, ein Mann von ausge­zeichnetem Geiste, der dem Missionswerke, wozu er von Gott bestimmt zu seyn glaubte, Alles auch das Theuer­ste ja das Leben selbst zum Opfer brachte; denn sein früher Tod war eine Folge seiner rastlosen Anstrengungen und des ungesunden Klima's.

Eben derselbe trat auch unter den Persern als Evan­gelist auf und übersetzte das Neue Testament in die per­sische Sprache. Doch wir sagen hier nichts mehr über diesen merkwürdigen und höchst achtungswerihen Mann, da im Fol­genden, wo auch über den ausgezeichneten deutschen Missionar Schwartz mehr mitgetheilt werden wird, eine ausführlichere Darstellung seiner Thätigkeit und seiner Gesinnung gegeben werden soll. Nur dies sey noch bemerkt, daß die Engländer in der neuern Zeit auch in Iran, dem alten Persien, durch Missionare für die Bekehrung der Muhamedaner zu wirken versucht haben, was freilich mit weit größerer Schwierigkeit verbunden ist, als die Bekehrung der Heiden, wo in wenig Jahren ganze Völkerschaften für das Christen­thum, und man darf annehmen, mit Mund und Her­zen gewonnen worden sind, was die sittliche Um­wandlung und Veredlung bezeugt, die mit ihnen vor­gegangen ist. Wir werden darauf zurückkommen. Was aber ganz besonders inPersienals ein Hinderniß der gläubigen An­nahme des Evangeliums erscheint, ist der Umstand, daß es

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