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Orte am Hofe deS Rajah «ine so freundliche Aufnahme, daß ihm gestattet wurde, nicht nur in der Stadt, sondern im Palaste des Fürsten selbst zu predigen, und er wußte so geschickt an Fragen und Unterredungen über zeitliche Gegenstände etwas Höheres anzuknüpfen, daß selbst Solche, die eben nicht geneigt schienen, von göttlichen Dingen zu hören, manches gute und kräftige Wort vernehmen mußten. In Tritschinopoli fand er selbst unter den englischen Osftcicren mehre, die aus alle Weise seine Absichten, bis nur auf das Seelenheil der Menschen gerichtet waren, unterstützten, und es gelang ihm, mit ihrer Hülfe daselbst «inen Betsaal und eine Schule für den Jugendunterricht zu erbauen. Das waren die Orte, wo bald seine evan» gelische Thätigkeit ein weiteres Arbeitsfeld finden sollte — dort, wo Franzosen und Engländer sich um die Oberherrschaft über Ostindien im blutigen Kampfe gestritten hatten, sollte der Bote des Evangeliums den göttlichen Frieden verkündigen und für das Himmelreich Seelen gewinnen.
Während der blutigen Belagerung von Madura gelang «s ihm, den Engländern die wichtigsten Dienst« zn leisten; denn immer war er bei der Hand, mit Rath und That, wo es galt, Kranken und Verwundeten zu helfen, oder irgend eine Noth zu lindern. Dadurch machte er die englische Regierung um so geneigter, ihm bei seinen Bestrebungen als Missionar die Hand zu bieten, und so kaiy es, daß er im Jahre 1766, als ein eigner Missions- vosten zu Tritschinopoli gegründet wurde, vor allen Andern die Aufforderung erhielt, sich daselbst niederzulassen, um die neue Anstalt einzurichten und ihr vorzustehen. Gewiß konnte man keinen tüchtigern Mann dazu ausersc- hen, und er glaubte, diesem Rufe, als eine Stimme von oben, folgen zu müssen, und schlug seinen bleibenden Wohnsitz in Tritschinopoli auf. Merkwürdig ist die Schilderung, welche ein glaubwürdiger und angesehener Mann, der Engländer William Chambers, der damals in Bengalen lebte und sehr genau mit dem Missionar Schwartz bekannt war, von ihm und seinem Leben und Wirken in einem Briefe an einen Freund entwirft. „Oft hatte ich, so schreibt er, «he ich nach Tritschinopoli kam, Herrn Schwartz als einen Mann nennen gehört, welcher mit viel Frömmigkeit und großem Eifer eine gründliche Bekanntschaft mit den