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das aufgenommene Wort in ihren Herzen behielten und b.'wegten.

Als eines Tages eine große Volksmenge zusammen­gekommen war, um ihn zu hören, sagte ein lebhafter junger Mann zu ihm: Zeige mir Gott, daß ich ihn sehen kann, dann will ich dein Schüler werden. Du sprichst wie ein Kranker, erwiederte Schwach, der gesund werden will, ohne Arznei zu nehmen. Gott selbst hat den Menschen einen sichern Weg geoffenbart, daß sie Ihn erkennen mögen; wandle diesen Weg und du wirst Ihn sehen. Dieser Weg besteht in Selbsterniedrigung und Armuth des Geistes, in Bußfertigkeit, Sanftmuth und Demuth, im Hungern und Dürsten nach der Gerechtigkeit.

Als ein anderer Hindu, auf die Ermahnung, es seine erste Sorge seyn zu lassen, mit Gott versöhnt zu werden, ausrief: Ich weiß von keiner Sünde! entgegnete Schwach: Ich merke wohl, daß du dich selbst betrügst. Das Erste, was dir gebricht, ist Selb stecken ntniß.

Er hatte übrigens die Freude, daß ihn schon im Jahre 1771 fünf Eingeborne beim Unterricht als Gehülfen unter­stützen konnten und dieß mit lebhaftem Eiser und glücklichem Erfolge thaten. Er selbst ertheilte täglich 3 Stunden lang katechelischen Unterricht denen, welche zur Ausnahme in die Gemeine vorbereitet wurden, und mit solchem Erfolg, daß, wie er selbst schreibt, in dieftm Jahre eine größere Zahl als früher, nämlich 140 Neubckehrte zum Häuflein der Gläubigen hinzukamen, und daß überhaupt ein lebendiger Fortgang des göttlichen Wortes wahrgenommen wurde.

Wie unschätzbar ist nicht der Werth eines solchen Missionars, sagen wir mit seinem Biographen, wie Schwach war, für die Europäer sowohl, als für die heidnischen Ein­wohner Indiens! Erst die Ewigkeit wird enthüllen, was der treue Bote Christi gearbeitet und errungen hat, und was er selbst in Demuth nicht als sein Mrk und Verdienst anerkennen, noch weniger von Andern gerühmt wissen mochte.

Schwach war, obwohl selbst unvcrheirathet, ein großer Kinderfreund; auch ein Beweis seines eignen kindlichen, liebevollen Sinnes, und nichts lag ihm mehr am Herzen, als die Kleinen dem Heiland zuzuführen. Darum war es auch eine seiner angelegentlichsten Sorgen, überall, wohin