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Derselbe junge Nabob sagte einst zu ihm: Wir haben euch Europäer bisher für Leute gehalten, welche gar keine Religion haben und auch mit dem Gebete ganz unbekannt sind. Wir haben jetzt angefangen, besser von euch zu denken. Diese bessere Meinung halte vornehmlich Schwach und die ihm Gleichgesinnten erzeugt; man sieht aber daraus, wie wenig bisher im Allgemeinen die Europaer in Ostindien darauf bedacht gewesen waren, durch Wort und Leben sich als Christen zu beweisen; geschweige, daß sie Sorge dafür getragen hatten, die ungläubigen Bewohner des Landes, das sie beherrschten und ausbeuteten, mit den Segnungen des Evangeliums bekannt zu machen. Wie viel besser steht es jetzt daselbst in dieser Hinsicht, und wie viel ist schon für die Ausbreitung des Christenthums gewonnen worden! —
Trotz der großen Schwierigkeiten, welche diese Verbreitung damals noch fand, schreibt doch Schwartz im Jahre j769 an den L>'. Francke nach Halle, daß er nur allein im Laufe dieses Jahres 25 erwachsene Heiden getaust und auch mehrere Katholiken in die protestantische Gemeine aufgenommen habe.
Sehr erfreulich ist auch, was der Mann Gottes zu Ende des folgenden Jahres in seinem Tagebuche bemerkt: „Die Ueberzeugung von derWahrheit desEvan- gcliums hat unstreitig in den Herzen vieler tausend Heiden Wurzel gesaßt. Nur die Menschen- furcht und andere Ursachen halten sie noch vom öffentlichen Ucbertrilt zum Christenthum zurück. Möge Gott ihnen gnädig seyn und sie stark machen am inwendigen Menschen !c."
So hat Schwartz mit seinen Mitarbeitern — doch Er vor Allen — den Grund gelegt zur Beseligung Vieler und guten Samen ausgestreut, der tausendfältige Früchte getragen hat und noch trägt. Der uncrmüoet eifrige Mann predigte bisweilen dreimal an einem Tagein drei verschiedenen Sprachen und ergriff dabei noch jede Gelegenheit, an irgend einem Orte, wo er Einige versammelt fand, die ihn anhören mochten, ein erweckliches Wort zu sprechen, und nicht leicht entzog sich Einer, den er ansprach, seinem freundlichen Zuspruch — es war, als wenn ein Zug von Oben die Menschen zu ihm hinzöge und an seine Lippen fesselte , und wenn sie auch nicht sofort die Wahrheit bekannten, so sah man es doch Vielen an, daß sie im Innersten getroffen waren und