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Ruhe gefunden hast für Deine Seele. Ist Dir Vergebung und Friede durch Jesum zu Theil geworden, so wache und bete, daß Du nicht wieder verlieren mögest, was Du gewonnen hast, sondern vielmehr täglich wachsen in Glaube, Liebe und Hoffnung.

In Deinem Umgange mit jungen Leuten sey sehr vorsichtig; ihre Gedanken und Reden sind oft sehr leichtsinnig, eitel und selbst gefahrlich. Bor Allem suche Kraft, göttliche Kraft zu gewinnen, um jene falsche Schamhastigkeit zu überwinden, bei welcher Viele sich scheuen, Das zu bekennen und zu thun, was sie sonst immerhin im Herzen billigen. Durch das Lesen des Wortes Gottes und durch herzliches Gebet wird Dir jeden Tag die Kraft zufließen, aus Gottes Wegen weiter vorwärts zu schreiten. Unsre Aeit ist kurz, und die ernste Ewigkeit vor der Thür; wir wollen daher die Stunden nicht durch eitle Dinge ver­träumen, sondern den Herrn suchen, damit Sein Segen uns begleite."

In einem seiner letzten Briefe schreibt er:Weil Sünde in der Welt ist, so muß es natürlich auch Leiden geben; auch haben wir eben keine Ursache, uns darüber zu beschwe­ren , da gut getragene Leiden so herrliche Wirkungen hervor­bringen. Nur wenige Menschen sind außerhalb der Leidens­schule zu einer gründlichen Bekanntschaft mit sich und ihrem Verderben gelangt; und wie könnten sie ohne diese an den Erlöser Jesus Christus mit dem nöthigen Ernst sich wenden und nach seiner Gerechtigkeit hungern und dürsten? Wie könnten sie ohne diese inbrünstig um Vergebung und die Gnade des heiligen Geistes beten lernen? Ich bin überzeugt, daß jeder wahre Christ mit David bekennen wird: Ehe ich gedemüthigt war, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort. Sind nun Schmerzen und Leiden unser Heilmittel, so wollen wir aus der Hand des Herrn den Kelch des Heils nehmen und Ihn bitten, daß Er ihn zu unserm Besten möge gereichen lassen. Mit diesen Gedanken gehe ich häufig um, besonders da ich meinem Ende so nahe bin."

Und einige Jahre später, nicht lange vor seinem Tode, äußerte er sich in einem Briefe dem letzten, den wir mitgetheilt finden an einen feiner gleichgesinnten Freunde: Wie lang ich noch hienieden bleiben werde, ist allein mei- nem Gott bekannt. Mein einziger Trost ist di« Erlösung,