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so durch Jesum ChristuN geschehen ist. Mögen Ander« sich rühmen, wessen sie immer wollen; mein Ruhm ist Jesus Christus, und zwar der Gekreuzigte. Sollte ich auf mein eignes Verdienst mein Vertrauen setzen müssen, so wüßte ich mich vor Trostlosigkeit nicht zu bewahren. Wie sehr es mir auch anliegt, meinem Gott zu gehorchen und dem Beispiele meines Heilandes zu folgen, und wie sehr ich mich bestrebe, durch den Beistand Gottes meine Neigung zur Sünde zu überwinden, so finde ich doch allenthalben nichts als Unvollkvmmenhcit, so daß ich auf einem so unter­gegrabenen Grunde nicht stehen mag. Aber Christum zu gewinnen und in Ihm leben, im Tode und am Tage des Gerichts erfunden zu werden, war der Wunsch des Apostels Paulus, ist von jeher der Wunsch' aller wahren Christen gewesen, und soll auch der meinige bleiben, so lange ein Pulsschlag in mir ist. Da ich vermuthen muß, daß dieß mein letzter Brief an Sie ist, so ,kann ich nicht umhin, Sie angelegentlichst zu bitten, dem heiligen Apostel, diesem herrlichen Muster ächter Frömmigkeit, nachzufolgen. Thun Sie dieß, so werden Sie leicht die Versuchungen einer ver­gänglichen Welt überwinden; Sie werden in Frieden leben und sterben und am Ende in die Herrlichkeit ausgenommen werden. Wir haben einander lange im Leben gekannt; mögen wir einander wieder erkennen in der seligen Ewigkeit, wo Sünde und Schmerz uns nimmer stören wird. NZachet und betet, daß ihr würdig erfunden werdet, zn stehen vor des Mensche« Sohn!"

Das war der Glaube, der ihm selbst Kraft gab, die Welt und ihre Leiden und Freuden zu überwinden und der ihn in Frieden von hinnen scheiden ließ. Laßt uns Ihm nachfolgen im Leben und im Tode und Gott um seinen Segen dazu bitten.