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wie man leicht denken kann, einen so treuen frommen Seel­sorger höchst ungern verlor. Alle waren in Thränen auf­gelöst und er selbst vermochte vor Rührung oft kaum fort­zusprechen; doch erhob ihn mächtig der große Gedanke, daß er denen, die- noch in Finsterniß und Schatten des Todes sitzen, das Wsrt des ewigen Lebens verkündigen sollte, und daß er dazu vpK^Gott berufen sey. . ,

O möge Gott meine schwachen Entschlüsse kraftigen!"

schreibt erWas habe ich doch zu thun, als zu arbeiten und zu beten und zu fasten und zu wachen zum Heil meiner Seele und der Seelen der Heidenwelt. Aehn- tausendmal mehr als je fühle ich mich diesem herrlichen Werke ergeben. O wie willig soll bis zum letzten Tropfen dieß unwürdige Blut verspritzt werden, wenn Indien auch nur in einem seiner Kinder damit wohlgethan, wenn nur eines dieser Geschöpft des allmachtigen Gottes zu seiner Pflicht zurückgeführt wird." Es war nämlich wiederholt die Rede davon gewesen, daß er als Missionar nach Ost­indien geschickt werden würde; darum wendete er auch einen Theil der ihm noch im Vaterlande vergönnten Zeit dazu an, die Sprachen zu erlernen, deren Kenntniß ihm dort bei seinem Beruft nöthig seyn mußte; denn mit Recht glaubte er, nur dann mit Erfolg unter den Heiden wirken zu können, wenn er mit ihrer Sprache ganz vertraut wäre. Sehr erfreulich und erhebend war ihm die unerwartete An­kunft eines theuern Mannes in Portsmourh, als er eben im Begriff war, sich einzuschiffen, der ihm ein sehr passen­des Geschenk von seiner lieben Gemeine zum Andenken über­brachte, nämlich einen Compaß.In wenig Stunden

schrieb er zurück werde ich mich aus Gottes Befehl nach den Gegenden einschiffen, wo mir Euer liebes Geschenk durch Andeutung des Weges durch die bahnlose Wüste von Nutzen seyn kann^ Ich bete, daß das Wort Gottes, wel­ches Eure Magnetnadel ist, durch den Beistand des Geistes Euern Pfad durch die Wüste dieser Erde lenken und Euch wohlbehalten hinauf in das bessere Vaterland bringen möge."

Sein Gebet, das er an dem Tage, wo er England verließ, laut und mit gebeugten Knieen im Kreise der Brü­der verrichtete, athmete die tiefste Demuth und Ergebung; aber erhob sich auch zum Höchsten und machte den leben­digsten, bleibendsten Eindruck aus Alle, die mit ihm beteten.

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