ihre gewöhnliche Wirksamkeit an mir, als ich die endlose Zahl der Taschcnspielerkünste sah, welche die Priester auf­führten. Ist es möglich dachte ich sollte das eine christliche Kirche seyn!"

Auf der weitern Fahrt machte besonders eine Stelle in Milners Kirchengcschichte, die er mit großer Theilnahme und Erbauung las, einen tiefen Eindruck auf sein Gemüth; nämlich die einfachen Worte: Glauben, dulden und lieben, das war die Lust der ersten Christen. Wirklich konnte man sagen, daß dieß der Inbegriff seines eignen ganzen Lebens, seiner ganzen Gesinnung sey. Aus San Salvador, wohin sie, nach glücklicher Ueberstehung einer großen Gefahr, in der Nahe einer Klippe, wo die Rettung des Schiffes wie ein Wunder erschien, zunächst kamen, schreibt Martyn an zwei Freunde in England: Ich finde, daß weder Zeit noch Raum die in der Gemein­schaft des Evangeliums, mit gegenseitiger Hochachtung, vereinigten Herzen trennen kann. Blos irdische Neigungen werden durch Zeit und Abwesenheit geschwächt: aber die christliche Liebe wird um so starker, je näher der Tag der Erlösung kommt. Schon liegt eine Meereswüste von mehr als 600 Meilen zwischen mir und England; ich trage Euch aber auf dem Herzen, und gedenke Eurer im Gebet ohne Aufhören, und so scheint Ihr keinem meiner Gesichtskreise entrückt. Ich tröste mich mit dem Gedanken, daß die ver­gangenen Tage bald in einem bessern Lande sollen erneuert werden, wenn wir Alle die Wohnungen in unsers Vaters Hause werden bezogen haben."

Auch hier war in dem schönen Lande mit seinen Hesperiden-Gärten ihm der Anblick der zahlreichen Neger­sclaven widerwärtig und das abgöttische Wesen.Wann, ruft er aus, wird dieses herrliche Land vom Götzendienste und verfälschtem Christenthume befreit werden? Kreuze giebt es in Ueberfluß; aber wann wird die Lehre vom Kreuz aufgerichtet werden?" Er fand bei Geistlichen und Nicht- Geistlichen eine freundliche Aufnahme, und was er dankbar anerkennt, auch wohl williges Gehör, wenn er, wie er das überall that, das Gespräch auf religiöse Dinge richtete; aber dabei blieb es auch, und sehr betrübend war ihm die große Gleichgültigkeit, die er bemerken mußte. Manche gestanden ihm ehrlich ein, daß die Anbetung der Maria und