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einer Abtheilung Soldaten an, die beordert waren, die Verwundeten vom Schlachtfelds hinweg zu schaffen. Ich zog eine starke Stunde mit ihnen durch brennenden Sand bis an die schauerliche Stelle. Mehrere fanden wir nur leicht verwundet, die wir verbanden und einstweilen liegen ließen. Etwas weiter stießen wir auf drei tödtlich Ver­wundete. Einer öffnete, auf die Frage, wo er getroffen sey, sein Hemd und zeigte eine Wunde auf der linken Brust. Indem ich einen Mantel über ihn breitete, sprach ich ihm mit den segcnsvollen Worten des Evangeliums zu und bat ihn, auf Jesum Christum, den Erlöser, zu sehen. Einige Bauernhäuser hatte man in ein Hospital verwandelt; einen schrecklichern Anblick, als den, wel­cher-sich hier darbot, hätte ich mir nicht vorstellen können. Ich ging dann wieder aufs Feld hinaus und fah mehrere verwundete Feinde. Ein Hottentot, dem der Schenkel von einer Kugel zerschmettert war, lag in der höchsten Qual, wühlte in der Erde und stieß entsetzliche Verwünschungen gegen die Holländer aus. Ich sagte ihm, er solle für seine Feinde beten, erzählte dem Unglücklichen vom Evangelium und forderte ihn auf, zu Jesu Christo zu flehen. An einem dichten Gebüsch, das Schlachtfeld vor mir, legte ich mich hin und erhob meine Seele zu Gott. Möge die Erinnerung an diesen Tag mich anregen, immer mehr an der allgemeinen Ausbreitung des Evangeliums zu arbeiten und dafür zu beten. Wenn sie zu Stande kommt, dann werden die Menschen einander lieben und kein Volk wird wider das andere das Schwert erheben." Nach der Einnahme der Eapstadt ging Martyn sofort ans Land, wo er zu seiner großen Freude und Stärkung zwei liebe Brüder und Lands­leute fand, Sendboten des Evangeliums unter den Heiden, gleich ihm, deren Mittheilungen für ihn eben so belehrend als erfreulich waren.

An einem der folgenden Tage bestieg er früh den hohen Tafelberg; und wie er gewohnt war, überall bei dem Irdi­schen an etwas Höheres zu denken und jenem dadurch eine höhere Bedeutung zu geben, so dachte er auch hier an das menschliche Leben hienieden, wie es bergan geht und von oben Ströme lebendigen Wassers aus den ewigen Quellen fließen, wie ihm jetzt, von der Höhe des Gebirges herab, ein Bach entgegenkam. Gegen den Gipfel wurde der Pfad